Wie werden Ängste behandelt?

Es gibt zwei wesentliche Bausteine in der Behandlung von Ängsten, und zwar die Psychotherapie und die medikamentöse Behandlung.

Psychotherapie

In der psychotherapeutischen Behandlung von Angsterkrankungen hat sich dabei insbesondere die kognitiv-behaviorale Therapie, auch “Verhaltenstherapie” genannt, etabliert.

Ängste: Behandlung

Das wichtigste Ziel der Behandlung ist zunächst einmal, dem Betroffenen ein Verständnis seiner Angst bzw. der Angststörung zu vermitteln. Dieses Ziel ist deswegen so vorrangig, da sehr viele Betroffene im Rahmen Angststörung eine ausgeprägte Angst vor der Angst entwickeln.

Ängste: BehandlungIm Rahmen der Therapie erarbeiten die Therapeuten mit den Betroffenen unter anderem Ursachen und Auslöser für die Ängste, angstverstärkende Faktoren und Möglichkeiten, die Ängste zu lindern.

Dabei wird häufig im Verlauf der Therapie auch ein so genanntes Expositionstraining durchgeführt, bei der die Erkrankten wieder lernen können, sich ohne bzw. trotz der Ängste in angstauslösende Situationen zu begeben und die Ängste dadurch langfristig zu lindern.

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   • Expositionstraining

Medikamente

Es gibt verschiedene Medikamente, die in der Behandlung von Angsterkrankungen eingesetzt werden können. Hierzu gehören zum Beispiel bestimmte Antidepressiva, die neben dem antidepressiven Effekt auch eine angstmindernde Wirkung zeigen können. Ob und welche Medikamente sinnvoll eingesetzt werden können, sollten die Betroffenen immer mit einem entsprechend spezialisierten Arzt besprechen. Parallel zur medikamentösen Behandlung sollte nach Möglichkeit eine begleitende Psychotherapie erfolgen, damit die Erkrankten erlernen können, wie sie ihre Ängste langfristig auch ohne die Medikamente bewältigen können.

Behandlung von sozialen Ängsten

Die psychotherapeutische Behandlung der sozialen Ängste kann an verschiedenen Bereichen ansetzen. Zum einen können die sozialen Fertigkeiten trainiert werden, etwa im Rahmen eines sozialen Kompetenztrainings. Zum Anderen kann wie oben beschrieben ein Expositionstraining, auch Konfrontationstherapie genannt, durchgeführt werden, bei welcher sich die Patienten zunehmend den angstauslösenden Situationen stellen. Ein weiteres Therapieelement ist die Bearbeitung der den sozialen Ängsten zugrundeliegenden Befürchtungen, wie zum Beispiel: “Ich bin uninteressant.” oder “Mich mag sowieso keiner.” Um einen möglichst großen Erfolg zu erreichen, werden im Rahmen einer Psychotherapie oft alle drei Bereiche (Soziales Kompetenztraining, Konfrontationsbehandlung und Bearbeitung der zugrunde liegenden Befürchtungen) parallel bearbeitet.