Agoraphobie: Symptome

Die Agoraphobie ist durch verschiedene Symptome geprägt, dazu gehören unter anderem die situativen Ängste an öffentlichen Orten, eine ausgeprägte Erwartungsangst, ein Vermeidungsverhalten in Bezug auf die angstbesetzten Situationen sowie verschiedene körperliche bzw. vegetative Symptome.

Agoraphobie: Symptome
Tab.1: Agoraphobie: Symptome

Situative Ängste an öffentlichen Orten

Das Hauptsymptom der Agoraphobie sind die so genannten situativen Ängste an öffentlichen Orten. Hierzu zählen Ängste vor Menschenansammlungen, Kaufhäusern, öffentlichen Verkehrsmitteln, Theater- oder Restaurantbesuchen usw.

Auch Ängste vor dem alleine Reisen oder vor Reisen mit weiter Entfernung von zu Hause werden zur Agoraphobie gezählt.

Im Hintergrund dieser Ängste steht oftmals eine ausgeprägte Angst vor dem Alleinsein oder vor Hilflosigkeit, die sich letztendlich in den situativen Ängste manifestiert.

Die meisten Betroffenen haben dabei nicht nur vor einer Situation Angst sondern kennen einen breites Spektrum an angstauslösenden Situationen. Häufig erleben die Betroffenen auch ein Ausweiten ihrer Ängste, die vielleicht “nur” als Ängste vor einer bestimmten Situation begonnen haben und die sich im Verlauf auf immer mehr öffentliche Räume ausgeweitet haben, so dass sich die Lebensqualität und das soziale Wirkungsfeld der Betroffenen immer mehr verschlechtern.

Erwartungsangst und Vermeidungsverhalten

Viele Betroffene kennen eine ausgeprägte Erwartungsangst, die sie schon vor dem Betreten der öffentlichen Orte außerordentlich belastet. Diese Erwartungsangst führt sehr häufig zu einem Vermeidungsverhalten mit dem die Betroffenen (bewusst oder unbewusst) versuchen, die aversiven Angstsymptome zu vermindern oder zu umgehen.

Die Vermeidung hat zur Konsequenz, dass die Betroffenen zumindest kurzfristig eine Spannungsreduktion erleben. Langfristig führt das Vermeidungsverhalten jedoch dazu, dass der Lebensraum der Betroffenen immer weiter eingeschränkt wird und sich die Angsterkrankung immer weiter verstärkt.

Bei der Vermeidung kann in ein Vermeidungsverhalten (also dem Nichtaufsuchen oder Verlassen der angstbesetzten Situation) und ein gedankliches (kognitives) Vermeiden unterschieden werden. Beim gedanklichen Vermeiden versuchen die Betroffenen (unbewusst) ihre Ängste z.B. durch Ablenkung, ständige Rückversicherungen oder besondere Eile (“Augen zu und durch...”) zu mindern.

Körperliche Symptome

In der angstbesetzten Situation oder bei dem Gedanken an diese Situation können verschiedene vegetative Symptome wie Herzklopfen, erhöhte Herzfrequenz, Schweißausbrüche, Schwindel, Zittern und/oder Mundtrockenheit auftreten. Viele Betroffene kennen auch Beschwerden im Brustkorb oder im Bauch wie Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Brustschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder Bauchschmerzen.

Psychische Symptome

Auch psychische Symptome wie das Gefühl von Unsicherheit, Schwäche oder Benommenheit treten häufig auf. Zusätzlich kann es auch zu einer sogenannten Derealisation kommen, d.h. dem Gefühl, dass Objekte unwirklich sind, oder zu einer Depersonalisation, also dem Gefühl, man selbst sei “nicht wirklich hier”.

Allgemeinsymptome

Daneben könne diverse unspezifische Allgemeinsymptome wie Hitzewallungen, Kälteschauer, Gefühllosigkeit, Kribbelgefühle usw. auftreten.