Angststörungen: Epidemiologie

Angststörungen: Häufigkeit

Die Angststörungen gehören mit einer Lebenszeitprävalenz von ca. 15 Prozent zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Die Punktprävalenz aller Angststörungen gemeinsam wird auf ca. 7% geschätzt.

Als häufigste Angststörung treten dabei die Phobien auf, mit einer Lebenszeitprävalenz der Spezifischen Phobien von ca. 9%, der Agoraphobie von ca. 5%, der Generalisierten Angststörung von ca. 5%, der Panikstörung von ca. 3% und der Sozialen Phobie von ca. 5%.

Im Rahmen des National Comorbidity Survey Replication (NCS-R) wurden in den USA von 2001 bis 2003 ca. 9000 Einwohner bezüglich des Vorliegens und des Ausprägungsgrades psychischer Störungen befragt. In dieser Befragung ergab sich insgesamt eine 12-Monats-Prävalenz der Angststörungen (einschließlich der PTBS und der Zwangsstörungen) von 18,1%. Bezüglich der einzelnen Angststörungen zeigte sich eine 12-Monats-Prävalenz der Panikstörung von 2,7%, der Agoraphobie ohne Panikstörung von 0,8%, der Spezifischen Phobien von 8,7%, der Sozialen Phobie von 6,8% sowie der Generalisierte Angststörung von 3,1% (vgl. Kessler 2005).

Angststörungen: Risikofaktoren

Das Lebensalter hat einen Einfluss auf das Auftreten von Angststörungen. Spezifische Phobien entwickeln sich häufig bereits in Kindheit, Soziale Phobien beginnen oft in der Pubertät, Panikstörungen und Agoraphobien treten häufig erstmals zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf. Generalisierte Angststörungen habe zwei Häufigkeitsgipfel (in der späten Jugend und um das 40. Lebensjahr).

In der Auftretenshäufigkeit der Angststörungen gibt es je nach Störungsbild teilweise einen deutlichen Geschlechterunterschied. Während von der Sozialen Phobie ungefähr zu gleichem Maße Männer und Frauen betroffen sind, sind von der Agoraphobie vorrangig Frauen betroffen (vgl. Carlbring 2002).