Angsttheorie nach Bowlby (Bindungsmodell)

Bowlby postuliert in seinem 1976 publizierten Modell zur Genese der Angst, dass Angst dann auftrete, wenn ein Verlust der Bindung drohe.

Nach Bowlby können dabeisowohl ein real bevorstehender Verlust wie auch alleine die Vorstellung eines solchen Verlustes zur Angstreaktion führen.

Jedes Individuum erfährt in seinen Entwicklungsphasen immer wieder Ängste und Möglichkeiten, diese zu verarbeiten.

Bowlby postuliert, dass falls in einer dieser Entwicklungsphasen durch phasenspezifische Konflikte nur eine ungenügende Verarbeitung der Angst möglich war, im späteren Leben in ähnlichen Konfliktsituationen eine Regression auf die infantile Erlebnisweise der entsprechenden Phase und die infantilen Angst­bewältigungs­strategien erfolgen könne.

Die Betroffenen erreichen dabei über die unbewusste Regression zunächst eine “Bewältigung” ihrer Angst bis schließlich, bei Versagen der Abwehrmechanismen, die massive infantile Angst auftritt.