Klinische Psychologie
und Psychotherapie

Klinische Psychologie und Psychotherapie

Autogenes Training

Das Autogene Training, auch Konzentrative Selbstentspannung genannt, wurde von dem deutschen Psychiater Johannes Heinrich Schultz entwickelt und 1927 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. 1932 wurde sein Buch „Das autogene Training (Konzentrative Selbstentspannung). Versuch einer klinisch-praktischen Darstellung“ publiziert (vgl. Schultz 1932).

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

Vorbereitung

Der Übende soll eine möglichst bequeme Position einnehmen, die es ihm ermöglichen soll, alle Muskelgruppen zu entspannen.

Wenn der Übende das Autogene Training im Sitzen einübt. wird dabei zumeist die so genannte Droschkenkutscherhaltung empfohlen, d.h. mit leicht nach vorne gebeugtem Kopf sitzen und die Hände entspannt auf den Oberschenkeln ablegen.

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Autogenes Training: Unterstufe

Im Autogenen Training wird in eine Unterstufe und eine Oberstufe unteschieden.

Die Übungen der Unterstufe dienen vorrangig dazu, eine verbesserte Entspannung zu erreichen.

Die Unterstufe umfasst üblicherweise 7 (bzw. 6) Übungen (Ruhe-Übung, Schwere- bzw. Muskelübung, Wärme-Übung, Atem-Übung, Herz-Übung, Bauch- bzw. Sonnengeflechts-Übung, Kopf- bzw. Stirn-Übung).

Die Ruhe-Übung wird in der klassischen Sicht des Autogenen Trainigs weniger als Übung sonder vielmehr als Zielvorstellung verstanden, so dass nach Johannes Heinrich Schultz die Schwere-Übung als erste Übungsaufgabe gilt.

  • Ruhe-Übung: Die Ruhe-Übung soll den Übenden in einen allgemeinen Ruhezustand bringen und seine Konzentration fördern.
    Die Instruktionen sind z.B. „Ich bin ganz ruhig. Die Gedanken kommen und gehen. Nichts kann mich stören.“
     
  • Schwere-Übung: In der Schwere- bzw. Muskel-Übung soll es zu einem Schweregefühl der Gliedmaßen kommen.
    Die übliche Instruktion ist z.B. „Arme und Beine sind schwer.“
     
  • Wärme-Übung: Mit der Wärme-Übung sollen ein Wärmegefühl und eine verbesserten Durchblutung der Extremitäten erreicht werden.
    Eine mögliche Instruktion ist: „Arme und Bein warm.“
    Eventuell werden im späteren Verlauf des Trainings auch die Schwere- und die Wärme-Übung zusammengefasst. Instruktion: “Arme und Beine schwer und warm.”
     
  • Atem-Übung: In der Atem-Übung soll die Atmung vertieft und die Ein- und Ausatmung verbessert werden. Instruktion: „Die Atmung ist ruhig und gleichmäßig. Es atmet mich.“
     
  • Herz-Übung: Die Herz-Übung soll eine weitere Vertiefung der Entspannung ermöglichen, sie kann jedoch bei entsprechend prädisponierten Personen auch Unruhegefühle und Herzängste auslösen.
    Instruktion: „Das Herz schlägt ruhig und gelassen.“
     
  • Sonnengeflechts-Übung: Das Ziel der Bauch- bzw. Sonnengeflechts-Übung ist es, die Konzentration auf das „Sonnengeflecht (Solarplexus)“ zu richten.
    Instruktion sind  z.B: “Das Sonnengeflecht ist strömend warm” oder alternativ “Der Bauch ist strömend warm.”
     
  • Stirn-Übung: Die Stirn- bzw. Kopfübung soll dabei helfen, den Kopf zu klären und die zu Konzentration verbessern.
    Mögliche Instruktionen sind: „Der Kopf ist klar. Die Stirn ist angenehm kühl.“
     

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Autogenes Training: Oberstufe

Unter der Bezeichnung Oberstufe des autogenen Trainings werden verschiedene Übungen  zusammengefasst, die einen (psycho-)analytischen Hintergrund haben und die zu einer  Verbesserung der Selbsterkennnis führen sollen. Je nach Lehrmeinung und Schule gibt es dazu verschieden Übungen wie zum Beispiel:

  • Farben auftreten lassen / Eigenfarbe finden
  • Gegenstände auftreten lassen
  • Abstrakte Werte (z.B. Liebe, Hoffnung) “anschauen”
  • Charakterbildung und Selbsterkenntnis
  • Reise auf den Grund des Meeres
  • Reise auf einen Berggipfel
  • Eigene Bilder mit bestimmten Zielsetzungen

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Autogenes Training: Kritik

Zur Kritik an der Person Johannes Heinrich Schultz vergleiche auch den Artikel von Jürgen Brunner und Florian Steger (vgl. Brunner 2006).

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Zum Weiterlesen...

 

“Psychische Erkrankungen: Klinik und Therapie”
 

Psychische Erkrankungen

In  Psychische Erkrankungen von Matthias Berger et al. findet man nahezu alle Informationen, die für die Prüfungen in den Bereichen Klinische Psychologie und Psychiatrie erforderlich sind. Das Buch ist bei Studenten der Medizin und der Psychologie entsprechend beliebt für die Prüfungsvorbereitung. Ergänzt wird das Lehrbuch durch umfangreiches Online-Material. Aufgrund des Umfangs und der Aktualität der Informationen können wir es insbesondere zur Prüfungsvorbereitung empfehlen.
 

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Literatur

Brunner J, Steger F (2006). Johannes Heinrich Schultz (1884-1970) Begründer des Autogenen Trainings: Ein biographischer Rekonstruktionsversuch im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik. BIOS 19(1): 16-25.
Zum Artikel (Volltext) >>

Schultz JH (1932). Das autogene Training (konzentrative Selbtsentspannung). Leipzig: Thieme.

 


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Letzte Aktualisierung: Freitag, 25. März 2016
 

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