Klinische Psychologie
und Psychotherapie

Klinische Psychologie und Psychotherapie

Buchrezension

“Kognitive Verhaltenstherapie
nach chronischer Traumatisierung”

von
Anne Boos,
Hogrefe-Verlag

2. Auflage 2014, 243 Seiten,
ISBN: 978-3801723163, ca. €44,95

(Diese Rezension bezieht sich auf die 1. Auflage.)

Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Traumatisierungen erfordert von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten immer wieder ein besonderes Feingefühl, um eine ausreichend stabile therapeutische Beziehung aufzubauen, und um die Therapie so zu gestallten, dass den Betroffenen ein ausreichend sicheres Umfeld für die therapeutische Arbeit ermöglicht wird.

Posttraumatische Belastungsstörung: EhlersFrau Dr. Dipl.-Psych. Anne Boos, die als psychologische Psychotherapeutin langjährige Erfahrungen in der Traumatherapie gesammelt hat, stellt in ihrem Buch “Kognitive Verhaltenstherapie nach chronischer Traumatisierung: Ein Therapiemanual” zunächst die Hintergründe der chronischen Traumatisierung vor, um sich dann ausführlich den Besonderheiten der Traumatherapie mit entsprechend belasteten Patientinnen und Patienten zu widmen.

Die Autorin befasst sich dabei - neben allgemeineren Themen wie der Beziehungsgestaltung - auch ausführlich mit dem therapeutischen Umgang mit Schuldgefühlen, mit Scham- und Ekelgefühlen, mit “Therapiehürden”, mit Dissoziationen sowie mit Sicherheits- und Vermeidungsverhalten etc.

Das im Hogrefe-Verlag erschienene Buch richtet sich insbesondere an Therapeutinnen und Therapeuten, die Hintergrundwissen und Materialen für ihre Arbeit mit chronisch traumatisierten Klientinnen und Klienten suchen.

Im Anhang des Buches finden sich als Ergänzung Vorlagen für Arbeitsblätter im kopiertauglichen A4-Format sowie deutschsprachige Versionen der Impact of Event Scale (IES-R) und des Post Traumatic Cognitions Inventory (PTCI).
 

Buchrückseite:

“Die Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTB) nach chronischen Traumatisierungen stellt eine Herausforderung dar. Dies liegt zum einen an der Schwere der psychischen Spätfolgen und assoziierter Probleme, zum anderen an konkreten Schwierigkeiten und Hürden, die bei der konsequenten Umsetzung empirisch begründeten Behandlungswissens auftreten. Der Band beschreibt ausführlich und praxisnah das kognitv-verhaltenstherapeutische Vorgehen bei PTB unter Berücksichtigung komorbider Störungen und Symptome.

Das Manual bietet Hilfestellungen bei der einzelfallbezogenen Erfasssung  und Therapie dominanter automatischer Gedanken und Überzeugungen und damit assoziierter Emotionen, die eine Integration des Traumas für die Patienten bisher verhinderten. Detailliert wird die konkrete therapeutische Arbeit mit dominanten posttraumatischen kognitiv-affektiven Reaktionen wie Scham, Schuld- und Ekelgefühlen mit Methoden der kognitiven und imaginativen Disputation dargestellt. Zudem werden Besonderheiten und Schwierigkeiten bei der Therapie mit traumatisierten Migrantinnen und Migranten erörtert. Zahlreiche Fallbeispiele und Therapiemateralien machen das therapeutische Vorgehen Schritt für Schritt nachvollziehbar.”
 

Aus dem Inhalt:

“Während einer chronischen Traumatisierung (...) entwickeln die Betroffenen oftmals Strategien, sich im Kontakt mit anderen Menschen sicherer zu fühlen und eine befürchtete erneute Schädigung zu vermeiden.  Diese auf den traumatischen Erfahrungen basierenden Strategien können als interpersonales Sicherheitsverhalten definiert werden. Aus der subjektiven Sicht der Patientin sind es verständliche und “sinnvolle” Maßnahmen, erscheinen von außen betrachtet oftmals jedoch irrational und unzweckmäßig. (...) Nicht alle Patientinnen können sich zu Beginn der Therapie von ihren dysfunktionalen Beziehungserfahrungen distanzieren. Sie sind kaum in der Lage, die Beziehung zur Therapeutin von einer schädigenden Beziehung aus der Vergangenheit zu unterscheiden. Die Beziehung zur Therapeutin aktiviert fast zwangsläufig die traumabedingten Erschütterungen grundlegender Beziehungsschemata auf den Dimensionen Vertrauen, Kontrolle, Sicherheit und Nähe. (...) (S. 69)

“Die Therapeutinnen sollten sich immer bewusst sein, dass Wissen um die Einzelheiten der Traumatisierung, also Fragen nach den objektiven Umständen der Traumatisierung, ihre Dauer, der Beziehung zum Täter etc. nur zu einem kleinen Teil das aktuelle Beschwerdebild erklären. Insbesondere in dieser frühen Phase der Therapie interessieren nicht  Details über die Traumatisierung, sondern die aktuellen Symptome und die Bewältigungsstrategien der Patientin. Viele Patientinnen erleben es als entlastend, in der frühen Phase der Therapie nicht aufgefordert zu werden, Details der Traumatisierungen zu berichten.” (S. 75)
 

Gesamteindruck:

In “Kognitive Verhaltenstherapie nach chronischer Traumatisierung” finden sich nicht nur ausführliche Informationen über die theoretischen  Hintergründe der chronisch komplexen PTBS, sondern auch konkrete Therapie- und Übungsvorschläge für die praktische Arbeit. Wir würden dieses Buch deswegen für alle Therapeutinnen und Therapeuten empfehlen, die einen Einstieg in die Arbeit mit chronisch traumatisierten KlientInnen suchen.
 

Dieses Buch im Online-Buchhandel: Amazon.de   Buch.de   Bücher.de


© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze

Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 




Buchbewertung:

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Letzte Aktualisierung: Freitag, 25. März 2016
 

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