Klinische Psychologie
und Psychotherapie

Klinische Psychologie und Psychotherapie

Kognitives Modell der Depression nach Beck

Aaron T. Beck postuliert in seinem kognitionstheoretischen Modell, auch kognitives Modell der Depression genannt, dass Depressionen auf negativen Denkschemata beruhen. Die Grundannahmen des Kognitionstheoretischen Modells sind:

  • Eine kognitive Störung ist die Grundlage der depressiven Entwicklung. Das Denken der Betroffenen ist dabei durch logische Fehler wie z.B. selektive Wahrnehmung, willkürliche Schlussfolgerungen, Übertreibungen etc. gekennzeichnet.
  • Negative, stressbesetzte Erfahrungen in der Lebensgeschichte, aus denen sich als kognitive Schemata dysfunktionale Grundannahmen entwickeln, sind die Auslösebedingung für die kognitive Störung.
  • Diese dysfunktionalen Denkschemata werden durch belastende Situationen (re-)aktiviert oder durch die Erfahrung, überhöhten eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden zu können, verstärkt.
  • Die Betroffenen neigen in den belastenden Situationen dazu, sich selbst, ihre Umwelt und ihre Zukunft negativ zu bewerten (kognitive Triade). Die kognitive Triade führt dazu, dass sich die Betroffenen immer wieder mit den belastenden Gedanken beschäftigen. Da die belastenden Gedanken zumeist auf einer Kette von logischen Fehlern beruhen, erscheinen sie dem Betroffenen als in sich schlüssig und plausibel.
  • Die Betroffenen erleben die Gedanken als automatisch, beharrlich, andauernd und unfreiwillig. Die Gedanken kreisen häufig um Themen wie Hoffnungslosigkeit, geringe Selbstachtung, überhöhte Selbstkritik, Vermeidung und Flucht sowie Suizidgedanken.

Dabei kann es zu einem Teufelskreis zwischen den belastenden automatischen Gedanken und den depressiv betonten Affekten kommen. Negative Gedanken in Bezug auf die eigene Person und die Umwelt können im realen Leben zu andauernden Enttäuschungen und Ablehnungen führen. Auch nehmen die Betroffenen negative Erlebnisse häufig verstärkt wahr, parallel ist ihre Wahrnehmung von positiven oder neutralen Situationen eingeschränkt. Die Betroffenen wenden sich zunehmend sogenannten schemakongruenten Inhalten zu, die ihrem (angenommenen) Bild von sich und der Umwelt entsprechen.

Als Therapieziel ergibt sich nach diesem Modell die Veränderung von dysfunktionalen Kognitionen (Gedanken und Einstellungen). Diese soll u.a. erreicht werden durch:

  • das Identifizieren und Verändern von automatischen Gedanken,
  • das Überprüfen eigener Ziele und Normen (zu hoch? realisierbar?),
  • die Veränderung der Selbstbeobachtung  von Selbstabwertung hin zu Selbstverstärkung,
  • Gedanken und Erwartungsmuster nicht als Tatsachen zu betrachten, sonder sie zunächst an der Realität zu überprüfen.

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 

Zum Weiterlesen...

 

“Kognitive Verhaltenstherapie bei Depressionen”
 

Kognitive Verhaltenstherapie bei Depressionen

Prof. Dr. Martin Hautzinger erläutert in Kognitive Verhaltenstherapie bei Depressionen die Hintergründe der psychotherapeutischen Interventionen und die entsprechende praktische Umsetzung. Dargestellt werden unter anderem die Strukturierung der Behandlung, die therapeutischen Grundlagen zur Verhaltensaktivierung und zur Veränderung von dysfunktionalen Kognitonen, der Umgang mit Krisen sowie die Behandlung von chronischen Depressionen. Ergänzt wird das Buch durch Online-Materialien.
 

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Literatur

Depressive Störungen: Fachbücher
 

American Psychiatric Association (2013). Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5). Arlington: American Psychiatric Publishing.
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Depressive Störungen: Leitlinien
 

American Psychiatric Association - APA (2010). Practice Guideline for the treatment of patients with major depressive disorder. 3rd edition. Arlington: APPI.

DGPPN, BÄK, KBV, AWMF, AkdÄ, BPtK, BApK, DAGSHG, DEGAM, DGPM, DGPs, DGRW (Hrsg) für die Leitliniengruppe Unipolare Depression (2009). S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression - Kurzfassung, 1. Auflage. Berlin, Düsseldorf: DGPPN, ÄZQ, AWMF.
Online-Version >>

National Institute for Health an Clinical Excellence - NICE (Hrsg) (2009). Depression - The treatment and management of depression in adults. Clinical guideline 90. London: NICE.
Online-Version >>

National Institute for Health an Clinical Excellence - NICE (2003). Guidance on the use of electroconvulsive therapy. Technology Appraisal Guideline 59. London: NICE.
Online-Version >>

 


© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 




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Letzte Aktualisierung: Donnerstag, 24. März 2016
 

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