Depressive Störungen: Schlafentzug

Der kontrolliert durchgeführte Schlafentzug kann bei ca. zwei Dritteln der Betroffenen zu einer - zumindest kurzfristigen - Stimmungsverbesserung führen. Die meisten dieser Patienten haben jedoch bereits in der auf den Schlafentzug folgenden Nacht einen Rückfall mit erneuten Stimmungseinbrüchen. Der Schlafentzug wird deswegen zum Beispiel zur Überbrückungsbehandlung bis zum Wirkungseintritt einer antidepressiven Medikation eingesetzt.

Dabei wird zwischen einem totalen Schlafentzug, bei dem die Betroffenen während einer ganzen Nacht und auch an dem darauf folgenden Tag nicht schlafen, und einem partiellen Schlafentzug, bei dem nur in der ersten oder zweiten Nachthälfte der Schlaf entzogen wird, unterschieden.

Beim partiellen Schlafentzug fällt auf, das ein Schlafentzug in der ersten Nachthälfte meist die depressive Symptomatik verschlechtert, während ein Schlafentzug in der zweiten Nachthälfte - zumindest kurzfristig - zu einer Stimmungsaufhellung führt.