Klinische Psychologie
und Psychotherapie

Klinische Psychologie und Psychotherapie

Edward Lee Thorndike

Geboren am 31. August 1874 in Williamsburg (Massachusetts, USA).
Verstorben am 9.  August 1949 in Montrose (New York, USA).

Der US-amerikanische Psychologe Edward Lee Thorndike führte bereits Ende des 19. Jahrhunderts umfangreiche tierexperimentelle Verhaltensstudien über Lernvorgänge durch, die schließlich zur Entwicklung der Theorie des Behaviorismus führten.

Instrumentelles Konditionieren

Mit seinen Untersuchungen zum Instrumentellen Konditionieren bildete er wichtige Grundlagen, auf denen später andere Forscher wie z.B. B.F.Skinner die Theorie des Operanten Konditionierens entwickelten.

Thorndike untersuchte insbesondere die Fähigkeit von Katzen, Probleme zu lösen. In seinen berühmtesten Experimenten untersuchte er, wie Katzen den Weg aus einer Kiste (der so genannten Puzzle Box / „Rätselkiste“) finden, die von innen nur durch eine Schnur zu öffnen ist. Im Ergebnis fand Thorndike, dass die Katzen durch „trial and error“ so lange experimentierten, bis sie den richtigen Mechanismus entdeckten. Wenn die Katzen den Mechanismus dann einmal gefunden hatten, gelang es ihnen bei nachfolgenden Versuchsdurchgängen viel schneller, den Mechanismus zu betätigen und sich aus der Kiste zu befreien.

Thorndike schloss daraus, dass der Erfolg (also das „sich befreien“) die effektive Verhaltensweise (also das betätigen der Schnur) verstärkt („strenghtened“). Damit beschrieb er als einer der Ersten das auch heute noch anerkannte Prinzip der positiven Verstärkung.

Lerntheorie

1898 postulierte Thorndike in seiner Lerntheorie drei Gesetzmäßigkeiten für das Lernen, das Law of Effect, das Law of Readiness und das Law of Exercise.

Law of Effect

Das Law of Effect besagt, dass wenn bei einem Individuum auf einen bestimmten Stimulus (also z.B. eine bestimmte Situation) und eine bestimmte Reaktion eine befriedigende Konsequenz (z.B. eine Belohnung) folgt, die Assoziation von Situation und Reaktion gefestigt bzw. verstärkt wird (die so genannte positive Verstärkung). Wenn das Individuum (in verhaltenstherapeutischer Sprache „der Organismus“) in eine gleiche oder ähnliche Situation kommt, führt er nach dieser Theorie die Reaktion mit größerer Wahrscheinlichkeit als zuvor aus.

Analog wurde im späteren Verlauf das Negative Law of Effect formuliert, welches besagt, dass bei einer negativen Konsequenz das entsprechende Verhalten in zukünftigen Situationen seltener gezeigt wird.

Law of Readiness

Das Law of Readiness besagt, dass verschieden Reaktionen verknüpft werden können, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Law of Exercise

Nach dem Law of Exercise wird ein Lerninhalt umso besser gelernt, je häufiger er wiederholt wird.

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 

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Letzte Aktualisierung: Donnerstag, 24. März 2016
 

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