Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)

Das Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) ist eine speziell für die Traumatherapie entwickelt Technik, die über die Wirkung von Augenbewegungen eine Veränderung der Traumafolgen erzielen will.


Historie

Die EMDR-Technik wurde ursprünglich von Francine Shapiro entwickelt, die beschreibt, dass sie bei der Suche nach mentalen Beeinflussungsmöglichkeiten ihrer Krebserkrankung die erstaunliche Wirkung von Augenbewegungen entdeckte.

In über achtjähriger Arbeit wurde dann eine Therapie entwickelt, die Shapiro dann unter anderem im Journal of Behvioral Therapy sowie in ihrem 1995 erschienenen Buch veröffentlichte.

Mithilfe der EMDR-Methode konnten nach Angaben von Shapiro Effekte, bezogen auf die traumaspezifischen Symptome erreicht werden.

Methoden

Francine Shapiro unterscheidet acht Phasen in der EMDR- Behandlung:

Anamnese und Behandlungsplanung

Diese erste Behandlungsphase dient dem Aufbau einer therapeutischen Beziehung und der Einschätzung, ob eine ausreichende Stabilität gegeben ist. Es wird ein Behandlungsplan erstellt und besprochen.

Vorbereitungsphase

Dem Patienten werden auf sprachlichem Niveau Erklärungsmöglichkeiten über die Wirkungsweise der Methode angeboten.

Phase der Einschätzung

Der Patient wird gebeten ein Bild auszuwählen, das repräsentativ für die gesamte Erinnerung ist. Danach wird der Patient gefragt, wie er in Bezug auf das traumatische Ereignis gerne über sich denken möchte. Schließlich werden die Patienten gebeten, sich auf das traumatische Bild mit allen Sinnen einzustellen und die dadurch ausgelösten Gefühle und Körperwahrnehmungen zu benennen.

Die Stärke der subjektiven Belastung wird dann auf einer Skala von 0-10 vom Patienten eingeschätzt. Es wird der Abstand des Fingers vor den Augen geprüft, welcher für den Patienten angenehm ist. Bevor mit der Desensibilisierungsphase begonnen wird, wir die Übung des „Sicheren Ortes“ eingeübt. Der Patient bekommt an dieser Stelle auch noch den Hinweis, dass er durch ein Handzeichen jederzeit die Beendigung der Augenbewegung herbeiführen kann.

Desensibilisierungsphase

Die traumatischen Ereignisse werden so lange mit Hilfe von Augenbewegungen bearbeitet, bis der subjektive Belastungswert deutlich abgesunken ist. Wenn neue bildhafte Vorstellungen auftreten, bittet der Therapeut den Patienten, die Aufmerksamkeit auf das neu aufgetauchte Material zu lenken.

Grundsätzlich kann im Laufe der Augenbewegungsserien entweder ein kontinuierliches Distanzieren und Verändern von Gefühlen und Erinnerungen erfolgen oder es tauchen weitere Details der Traumatisierung auf. Alle bedeutsamen Erinnerungen werden so lange mit Augenbewegungen bearbeitet, bis die Erregung abgeklungen ist.

Einsetzen eines Positiven Gedankens

Nach Abschluss der Desensibilisierungsphase wird eine in Ich-Formulierung ausgedrückte positive Kognition benannt und der Patient aufgefordert, sich das traumatische Ereignis mit der positiven Kognition vorzustellen. Durch weitere Augenbewegungen kommt es zu einer Verankerung der positiven Kognition, das heißt, die Überzeugung über die positive Kognition nimmt zu.

Überprüfung der Körperempfindungen

Es erfolgt eine Reise durch den Körper von Kopf bis Fuß. Positive Körperempfindungen werden durch Augenbewegungsserien verstärkt.

Abschlussphase

Durch positive Imagination wird der Patient unterstützt, wieder in einen Zustand inneren Gleichgewichtes zurückzufinden.

Phase der Neubewertung

Wenn in der nachfolgenden Sitzung weiterhin eine starke Belastung bezüglich des traumatischen Ereignisses besteht, wir dieses erneut durch Augenbewegungsserien bearbeitet. Weitere traumatische Ereignisse sollten erst bearbeitet werden, wenn das zuvor fokussierte Ereignis nicht mehr als bedrohlich eingestuft wird.