Generalisierte Angststörung

Die Generalisierten Angststörung (GAS) (engl. generalized anxiety disorder) ist eine Erkrankung, bei der die Betroffenen unter einer generalisiert und anhaltend auftretende Angstsymptomatik, die insbesondere durch ausgeprägte Sorgen und ängstlichen Erwartungen gekennzeichnet ist, leiden.

Im Gegensatz zu den Phobien ist die Angst nicht auf bestimmte Umgebungsbedingungen oder Situationen beschränkt sondern “frei flottierend”.

Die Symptome der generalisierten Angststörung sind variabel, neben den kontinuierlichen Sorgen leiden viele Betroffene an Symptomen wie z.B. Konzentrationsstörungen, Hypervigilanz, Ruhelosigkeit oder Schlafstörungen.

Darüber hinaus können z.B. auch körperliche Beschwerden wie ständige Nervosität, Zittern, Muskelanspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindelgefühle oder Oberbauchbeschwerden auftreten.

Auf dieser und den folgenden Seiten finden Sie ausführliche Fachinformationen über Diagnose, Risikofaktoren, Ursachen und Therapie der Generalisierte Angststörung.

Weitere Informationen für Betroffene und Angehörige finden Sie auf unserer Internetseite im Kapitel Generalisierte Angst.

Epidemiologie

Die Lebenszeitprävalenz der Generalisierten Angststörung wird für Deutschland auf ca. 4 bis 6 % geschätzt. Die Punktprävalenz liegt bei ca. 2%.

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Diagnose

Die Diagnose der Generalisierten Angststörung wird zumeist entsprechend den Kriterien der ICD-10 oder des DSM-5 gestellt.

Weiterlesen: Generalisierte Angststörung: ICD-10

Komorbidität

Die Generalisierte Angststörung hat eine hohe Komorbidität mit Depressiven Störungen. Es wird geschätzt, das ca. 40 bis 60 % der von einer GAS Betroffenen auch unter einer Depression leiden.

Differenzialdiagnose

In Bezug auf die Differenzialdiagnose der Generalisierten Angststörung sollten neben anderen psychischen Erkrankungen, wie zum Beispiel anderen Angststörungen oder Depressionen, auch bestimmte internistische oder neurologische Erkrankungen ausgeschlossen werden

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Symptome

Grübeln und Gedankenkreisen

Die Betroffenen leiden unter einem andauernden Grübeln und Gedankenkreisen, dass sich auf die Sorgen vor möglichen Bedrohungen oder Gefahren bezieht.

Im Gegensatz zu einigen anderen psychischen Störungen, bei denen die Betroffenen Angst vor eher abstrakten Gefahren haben, beziehen sich die Sorgen der Betroffenen bei der Generalisierten Angststörung nahezu immer auf Bedrohungen, die in der Realität wirklich eintreten könnten - mit der Besonderheit, dass die Erkrankten die Eintretenswahrscheinlichkeit dieser Ereignisse oder deren Folgen erheblich überschätzen.

Typische Ängste sind zum Beispiel die Sorge, dass einem selber oder einem Familienagehörigen ein Unfall passieren könnte, oder die Befürchtung, dass sich bestimmte Unwetter oder Naturkatastrophen ereignen könnten.

Auch Krankheitsängste können im Rahmen der Generalisierten Agststörung auftreten. Im Gegensatz zur Hypochondrischen Störung bzw. der Illness-Anxiety-Disorder richten sich diese Krankheitsängste bei der Generalisierten Angststörung aber weniger auf bestimmte Krankheitssymptome, sondern vielmehr auf eine allgemeine, eher unkokrete Sorge, “schwer krank werden” zu können.

Viele Betroffene haben - getriggert durch die im Rahmen der Generalisierten Angststörung wiederholt auftretenden Stimmungstiefs und Grübeleien - auch die Sorge, “verrückt” oder “depressiv” zu werden, verbunden mit der Befürchtung, “dann nie wieder gesund zu werden...”.

Vermeidungsverhalten / Sicherheitsverhalten

Ein weiteres typisches Symptom der Generalisierten Angststörung ist, dass die Betroffenen im Verlauf ein ausgeprägtes Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten aufbauen.

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Verlauf

Der Verlauf der Generalisierten Angststörung ist oftmals chronisch mit einer Krankheitsdauer von mehreren Jahren. Die Rate an Spontanremissionen ist eher gering.

Therapie

Für die Therapie der Generalisierten Angststörung werden die Durchführung einer Psychotherapie sowie die Pharmakotherapie empfohlen.

Weiterlesen: Generalisierte Angststörung: Therapie

Psychotherapie

In der Behandlung der Generalisierten Angststörung hat die Psychotherapie einen hohen Stellenwert. Dabei werden zwei Psychotherapie-Verfahren bevorzugt empfohlen, die so genannte Kognitive Verhaltenstherapie sowie die Psychodynamische Psychotherapie.

Weiterlesen:
   • Generalisierte Angststörung: Psychotherapie
   • Generalisierte Angststörung: Verhaltenstherapie
   • Generalisierte Angststörung: Psychodynamische Psychotherapie

Pharmakotherapie

In der Pharmakotherapie der Generalisierte Angststörung kommen Medikamente aus verschiedenen Wirkstoffgruppen zum Einsatz. Empfohlen werden zum Beispiel bestimmte Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Escitalopram oder Paroxetin sowie Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) wie Duloxetin oder Venlafaxin. Zum Einsatz kommen darüber hinaus u.a. die Wirkstoffe Opipramol, Pregabalin und Buspiron.

Weiterlesen: Generalisierte Angststörung: Pharmakotherapie

Selbsthilfegruppen

Neben der Psychotherapie und der medikamentösen Behandlung können Betroffene mit einer Generalisierte Angststörung Unterstützung z.B. auch durch die Teilnahme an Selbsthilfegruppen erfahren.