Generalisierte Angststörung:
Symptome

Symptome der Generalisierten Angststöung sind zum Beispiel anhaltende Sorgen und Ängste, Grübeln und Gedankenkreisen sowie eine ständige Anspannung.


Anhaltende Angst und Sorgen

Die Betroffenen leiden über einen Zeitraum von mehreren Monaten oder Jahren unter anhaltender Angst und ständigen, unkontrollierbaren Sorgen, die nicht durch eine real bestehende Bedrohung erklärt werden. Dabei beziehen sich die Sorgen häufig auf in der Realität theoretisch mögliche Problematiken, wie z.B. die Sorge, dass ein naher Angehöriger einen Unfall haben könnte. Die Eintretens­wahrscheinlichkeit dieser Problematik und die möglichen Folgen werden aber von den Erkrankten zumeist deutlich überschätzt.

Im Gegensatz zu “Gesunden” beschäftigen sich die Betroffenen häufig mehr als die Hälfte der wachen Zeit des Tages mit ihren Sorgen. In Untersuchungen wurden “Sorgen-Zeiten” von 6 bis 10 Stunden pro Tag gefunden. Auch das Einschlafen ist durch die Sorgen häufig beeinträchtigt.

Zu Beginn der Störung beschränken sich die Sorgen oftmals auf einen eng umgrenzten Bereich, wie z.B. aktuelle Gesundheitsprobleme. Im Verlauf weiten sich die Ängste und Sorgen jedoch zunehmend aus und betreffen immer mehr Lebensbereiche, so dass schließlich u.a. familiäre, partnerschaftliche, berufliche, finanzielle, gesundheitliche, politische oder auch ökologische Thematiken in die Ängste mit eingebunden werden.


Grübeln und Gedankenkreisen

Viele Betroffene kennen ein ständiges Wechseln der Inhalte ihrer Sorgen. Dies führt häufig dazu, dass sie keine Gedanken “zu Ende denken” können so dass sie in ein Gedankenkreisen geraten. Viele Betroffene erleben so ein ständiges Grübeln und Gedankenkreisen, welches sie nicht oder nur kurzzeitig unterbrechen können, so dass sie sich häufig als ihren Sorgen hilflos ausgeliefert erleben.


Ständige Anspannung

Die Betroffenen leiden zumeist unter ständiger Anspannung. Durch die erhöhte Anspannung können auch verschiedene körperliche Symptome wie Muskelverspannung, Kloßgefühl im Hals oder Schluckbeschwerden auftreten.


Vegetative Übererregbarkeit

Häufig besteht eine vegetative Übererregbarkeit, die Symptome wie Palpitationen, Herzklopfen, erhöhte Herzfrequenz, Schweißausbrüche, fein- oder grobschlägiger Tremor und/oder Mundtrockenheit verursachen kann. Daneben können auch Beschwerden in Thorax oder Abdomen wie Atemnot, Beklemmungsgefühl, Thoraxschmerzen oder -missempfindungen, Übelkeit oder abdominelle Missempfindungen auftreten.


Psychische und pseudoneurologische Beschwerden

Parallel können psychische und pseudoneurologische Symptome, wie das Gefühl von Schwindel, Unsicherheit, Konzentrationsstörungen, Schwäche oder Benommenheit, auftreten. Viele Betroffene fühlen sich ruhelos, nervös, gereizt und/oder leicht ermüdbar.


Unspezifische Allgemeinsymptome

Es können diverse unspezifische Allgemeinsymptome wie Hitzewallungen oder Kälteschauer, Gefühllosigkeit oder Kribbelgefühle auftreten. Durch das Erleben dieser Symptome werden die Ängste und Sorgen der Betroffenen meistens weiter verstärkt.


Sicherheits- und Vermeidungsverhalten

Da die Erkrankten in einer Vielzahl von Umgebungen eine erhöhte Bedrohlichkeit erleben, entwickeln sie im Verlauf oftmals ein deutliches Sicherheits- und Vermeidungsverhalten. Insbesondere die längere Abwesenheit von zu Hause wird von vielen Ekrankten als bedrohlich erlebt, so dass längere Urlaubsreisen etc. zunehmend vermieden werden. Der Übergang zur Agoraphobie ist dabei fließend (siehe auch Generalisierte Angststörung: Differenzialdiagnose).