Klinische Psychologie
und Psychotherapie

Klinische Psychologie und Psychotherapie

Internetabhängigkeit: Diagnose

Die Diagnose einer Internetabhängigkeit wird sich zukünftig deutlich sicherer stellen lassen, da die American Psychiatric Association (APA) mit der 5. Revision des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, DSM-5 Diagnosekriterien für die so genannte Internet Gaming Disorder vorgeschlagen hat.

In der Vergangenheit hat der Mangel an validen Diagnosekriterien dazu geführt, dass parallel verschiedenste Diagnosen wie Internetabhängigkeit, Internetsucht, Onlinesucht etc. entstanden sind, ohne dass letztendlich ausreichende wissenschaftliche Studien zu diesen Störungsbildern existierten.

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

Internetabhängigkeit: Diagnosekriterien

Tao et al. schlugen 2010 die folgenden Diagnosekriterien für die Internetabhängigkeit vor:

    Symptome:

    Jedes der folgenden Symptome muss vorhanden sein:

    • Andauernde Beschäftigung mit dem Internet (der Betroffenen beschäftigt sich gedanklich mit früheren oder bevorstehenden Online-Aktvitäten).
    • Entzugssymptome (Stimmungstief, Ängste, Gereiztheit oder Langeweile nach einigen Tagen ohne Internetgebrauch).
       

    Mindestens eines der folgenden Symptome muss vorhanden sein::

    • Toleranzentwicklung (bemerkbare Zunahme des Internetgebrauchs, um eine Befriedigung zu erreichen),
    • Andauernder Wunsch nach und/oder erfolglose Versuche, den Internetgebrauch zu reduzieren,
    • Andauernder exzessiver Internetgebrauch, obwohl dem Betroffenen bewusst ist, dass er physische und/oder psychische Beschwerden durch den Internetgebrauch hervorruft bzw. bestehende Beschwerden verstärkt.
    • Verlust von Interessen, früheren Hobbies, Beschäftigungen etc. als direkte Folge des Internetgebrauchs,
    • Nutzung des Internets, um aversive Affekte zu reduzieren (wie z.B. Gefühle von Hilflosigkeit, Schuld, Angst etc.).
       

    Ausschlusskriterium:
    Der pathologische Internetgebrauch wird nicht besser durch eine Psychotische Störung oder durch eine Bipolar-I-Störung erklärt.

    Klinisch relevante Beeinträchtigung:
    Der übermäßige Internetgebrauch führt zu relevanten Beeinträchtigungen, z.B. zu reduzierten sozialen, akakdemischen oder beruflichen Fähigkeiten, zu einem Verlust an wichtigen sozialen Beziehungen oder zu Beinträchtigunen in Bezug auf Beruf, Ausbildung oder Karriere.

    Dauer und Verlauf:
    Die Internetabhängigkeit muss für eine  Periode von mindestens 3 Monaten bestehen, mit einem (nicht-beruflichen, nicht-akademischen) Internetgebrauch von mindestens 6 Stunden am Tag.

(vgl. Tao 2010)

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“Pathologischer PC- und Internet-Gebrauch”
 

Pathologischer PC- und Internet-Gebrauch

“Pathologischer PC- und Internet-Gebrauch: Eine Therapieanleitung”
von Petra Schuhler und Monika Vogelsang
 

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Literatur

Internetabhängigkeit: Diagnose

American Psychiatric Association APA (2013). Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fith Edition, DSM-5. Arlington: American Psychiatric Publishing.

Block JJ (2008). Issues for DSM-V: Internet addiction. Am J Psychiatry 165(3): 306–307.
Abstract >>

Dowling NA, Quirk KL (2009). Screening for Internet dependence: do the proposed diagnostic criteria differentiate normal from dependent Internet use? Cyberpsychol Behav 12(1): 21-7.
Abstract >>

Kratzer S, Hegerl U (2008). Ist „Internetsucht" eine eigenständige Erkrankung? Eine Untersuchung von Menschen mit exzessiver Internetnutzung. Psychiatr Prax 35(2): 80-3.
Abstract >>

Pies R (2009). Should DSM-V designate "Internet addiction" a mental disorder? Psychiatry 6(2 ): 31–7.
Full text (pdf) >>

Tao R, Huang X, Wang J, Zhang H, Zhang Y, Li M (2010). Proposed diagnostic criteria for internet addiction. Addiction 105(3): 556-64.
Abstract >>
Full text (pdf) >>

Weinstein A, Lejoyeux M (2010). Internet addiction or excessive Internet use. The American Journal of Drug and Alcohol Abuse. 36(5): 277–83.
Abstract >>

 


© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 




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Letzte Aktualisierung: Donnerstag, 24. März 2016
 

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