Klinische Psychologie
und Psychotherapie

Klinische Psychologie und Psychotherapie

Panikstörung: Pharmakotherapie

Zur medikamentösen Behandlung der Panikstörung können z.B. die Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Citalopram, Escitalopram, Sertralin und Paroxetin, der Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) Venlafaxin oder die trizyklischen Antidepressiva Imipramin und Clomipramin eingesetzt werden. Die Patienten sollten vor Behandlungsbeginn unbedingt darüber informiert werden, dass die Wirkung der Medikamente erst nach ca. 2 bis 6 Wochen einsetzt, da sonst vorzeitige Therapieabbrüche drohen.
 

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)

Zur medikamentösen Behandlung der Panikstörung können bestimmte Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) eingesetzt werden. In Deutschland sind Citalopram, Escitalopram und Paroxetin für die Indikation Panikstörung zugelassen. Da letztere insgesamt weniger Nebenwirkungen zeigen als die Trizyklischen Antidepressiva besteht häufig eine bessere Compliance in der Medikamenteneinnahme. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass die SSRI insbesondere zu Behandlungsbeginn auch Unruhe und Erregungszustände hervorrufen können, weswegen eine einschleichende Dosierung erfolgen sollte.
 

Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI)

Der Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) Venlafaxin kann ebenfalls zur Behandlung der Panikstörung eingesetzt werden.
 

Trizyklische Antidepressiva

1962 wurde bei dem Trizyklischen Antidepressivum Imipramin als erstem Medikament die Wirksamkeit bei Panikattacken nachgewiesen. Da Imipramin insbesondere zu Behandlungsbeginn unerwünschte Wirkungen wie Unruhe, Ängste, Schlafstörungen etc. hervorrufen kann, sollte die Medikation einschleichend erfolgen. Empfohlen wird z.B. ein Beginn mit einer Tagesdosis von 10mg und dann Steigerung in 10- oder 25mg-Schritten bis auf eine Dosis von ca. 100-150mg/d. Als weitere Nebenwirkungen können u.a. anticholinerge Symptome wie Mundtrockenheit, Schwindel, Obstipation oder Miktionsstörungen auftreten.

Auch das Absetzen des Imipramins sollte schrittweise über mehrere Wochen erfolgen, um mögliche Absetzsymptome zu vermeiden. Die Behandlungsdauer sollte je nach Verträglichkeit und Symptomatik mindestens ein halbes bis eineinhalb Jahre betragen, um Rückfälle durch zu frühes Absetzen zu vermeiden.

Alternativ kann auch das trizyklische Antidepressivum Clomipramin zur Behandlung der Panikstörung eingesetzt werden.
 

Benzodiazepine

Viele Patienten erhalten am Beginn ihrer Erkrankung zunächst Benzodiazepine „zur Beruhigung“ verschrieben. Benzodiazepine bewirken zwar in der einzelnen Panikattacke eine kurzfristige Besserung, langfristig bestehen jedoch diverse Probleme wie Gewöhnungs- und Abhängigkeitseffekte. Viele Patienten entwickeln aufgrund der schnellen Wirkung der Benzodiazepine im Verlauf eine psychische Abhängigkeit und trauen sich nur noch aus dem Haus, wenn sie „ihre Tablette“ dabei haben.Dies läuft jedoch den psychotherapeutischen Ansätzen, welche die Selbstwirksamkeit der Patienten steigern wollen, konträr. Der Einsatz von Benzodiazepinen sollte deswegen möglichst vermieden werden oder - wenn überhaupt - möglichst nur wenige Wochen andauern.

 

Für weitere Informationen zu den oben beschriebenen Medikamenten beachten Sie bitte unbedingt die aktuellen Informationen der Hersteller sowie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!
Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der oben aufgeführten Informationen kann keine Haftung übernommen werden.

Bitte beachten Sie auch unsere Rechtlichen Hinweise sowie die
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Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com

 

Zum Weiterlesen...

 

“Kompendium der
Psychiatrischen Pharmakotherapie”
 

Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie

Seit der ersten Auflage gehört das “Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie” von Otto Benkert et al. zu den Standardwerken, wenn es um Psychopharmaka und die Pharmakotherapie psychischer Störungen geht. Die regelmäßigen Aktualisierungen tragen dazu bei, dass dieses Buch auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung ist. Sowohl für Studierende der Medizin und Psychologie als auch für alle, die beruflich in den Bereichen Psychiatrie und Psychotherapie tätig sind, können wir das “Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie” uneingeschränkt empfehlen.
 

Weiterlesen:
”Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie” - Buchrezension

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Literatur

Agoraphobie / Panikstörung: Leitlinien
 

Bandelow B, Wiltink J, Alpers GW, Benecke C, Deckert J et al. (2014): Deutsche S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen.
Online-Version >>

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (Hrsg.) (2000). Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Angsterkrankungen. In: Dengler W, Selbmann HK (Hrsg.). Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Angsterkrankungen. Steinkopff-/Springer-Verlag.

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (Hrsg.) (2007). Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter. 3. Auflage. Deutscher Ärzte-Verlag.

National Institute for Health and Clinical Excellence - NICE (2011). Generalised anxiety disorder and panic disorder (with or without agoraphobia) in adults. NICE clinical guideline 113.
Full text (pdf) >>

 

Pharmakotherapie: Fachbücher
 

Benkert O, Hippius H, Gründer G, Heiser P, Hiemke C et al. (2012): Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie. 9. Auflage. Berlin, Heidelberg: Springer.
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Gründer G, Benkert O (2012): Handbuch der Psychopharmakotherapie. 2. Auflage. Berlin, Heidleberg: Springer.
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Riederer P, Laux G (2010): Grundlagen der Neuro-Psychopharmakologie. Berlin, Heidelberg: Springer.
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Letzte Aktualisierung: Freitag, 25. März 2016
 

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