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Posttraumatische Belastungsstörung

Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) kann als Folge von traumatisierenden Lebenserfahrungen auftreten.

Posttraumatische BelastungsstörungAuf den folgenden Seiten finden Sie umfangreiche Informationen über die Posttraumatische Belastungsstörung und deren Behandlung für Betroffene und Angehörige.

Wissenschaftliche Fachinformationen zur PTBS finden Sie ergänzend unter PTBS.
 

Was ist eine Posttraumatische Belastungsstörung?

Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), auch Posttraumatic Stress Disorder (PTSD) genannt, kann sich als Folge von belastenden traumatischen Erlebnissen, wie zum Beispiel Unfällen oder einem sexuellen Missbrauch, entwickeln.

Die Erkennungszeichen der Posttraumatischen Belastungsstörung sind unter anderem:

  • das wiederholte Wiedererleben des traumatischen Erlebnissen, zum Beispiel in sich aufdrängenden Erinnerungen (so genannten Intrusionen bzw. Flashbacks), in Träumen oder Albträumen,
  • ein Gefühl der Übererregtheit mit gesteigerter Aufmerksamkeit (eine sogenannte “Vigilanzsteigerung”) und erhöhter Schreckhaftigkeit,
  • Erinnerungslücken in Bezug auf das traumatische Ereignis,
  • Selbstvorwürfe und Schuldgefühle,
  • ein Gefühl von Betäubt sein und Abgestumpft sein,
  • ausgeprägte Freudlosigkeit, Teilnahmslosigkeit oder Gleichgültigkeit sowie
  • das Vermeiden von Aktivitäten und Situationen, welche die Erinnerungen an das traumatische Erlebnis wachrufen könnten.

Darüber hinaus kennen viele Betroffene ausgeprägte Schlafstörungen. Auch Angsterkrankungen und Depression können die Posttraumatische Belastungsstörung begleiten.

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

Wie häufig sind Posttraumatische Belastungsstörungen?

Ob sich nach einem traumatischen Erlebnis eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickelt, ist unter anderem abhängig von der Art des traumatischen Erlebnisses.

Die höchste PTSD-Rate wurde bei den Opfern von Vergewaltigungen oder Kriegsverbrechen gefunden, von denen ca. 50% unter den Symptomen einer Posttraumatischen Belastungsstörung leiden. Bei den Opfern anderer Gewaltverbrechen entwickelt sich bei ca. 25% der Betroffenen eine posttraumatische Belastungsstörung. Nach Verkehrsunfällen oder schweren Erkrankungen, wie zum Beispiel Herzinfarkt oder Krebs, entwickelt sich bei ca. 15% der Betroffenen eine Posttraumatische Belastungsstörung.

In der Diagnose der Posttraumatischen Belastungsstörung wird aufgrund dieser unterschiedlichen Häufigkeiten zwischen einem so genannten Typ-I-Trauma und einem Typ-II-Trauma unterschieden. Der Begriff Typ-I-Trauma  beschreibt ein einmaliges, unerwartetes, kurzes traumatisierendes Ereignis wie z.B. einen Verkehrsunfall. Typ-II-Trauma beschreibt demgegenüber wiederholte bzw. lang andauernde traumatisierende Erlebnisse wie z.B. bei einem langjährigen sexuellen Missbrauch.

Darüber hinaus wirkt ein von Menschen verursachtes Trauma, wie zum Beispiel Vergewaltigung oder Folter, zumeist schlimmer als wenn das Trauma unglücksähnliche Ursachen hatte, wie zum Beispiel eine Naturkatastrophe oder ein Autounfall.

In der Gesamtbevölkerung besteht eine Wahrscheinlichkeit von ca. 1 bis 10%, im Laufe des Lebens an einer Posttraumatische Belastungsstörung zu erkranken. Frauen sind dabei ungefähr doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Bezüglich der Häufigkeit der Posttraumatischen Belastungsstörung muss auch beachtet werden, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt, da viele Betroffene aufgrund von Schuld- oder Schamgefühlen keine ärztliche oder therapeutische Hilfe aufsuchen.

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 

Woran erkenne ich eine Posttraumatische Belastungsstörung?

Eine Posttraumatische Belastungsstörung lässt sich an verschiedenen Merkmalen erkennen, wie zum Beispiel einem wiederholten Wiedererleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen, Träumen oder Albträumen, das Auftreten von Erinnerungslücken in Bezug auf das Trauma, einer Vermeidung von Reizen die an das Trauma erinnern, einer gesteigerten Erregbarkeit und Wachsamkeit sowie unter anderem auch vermehrten Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen, Schlafstörungen etc.

Eine Übersicht über die Erkennungsmekmale der Posttraumatischen Belastungsstörung finden Sie in dem folgenden Kapitel:
Woran erkenne ich eine Posttraumatische Belastungsstörung?
 

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 

Gibt es andere Erkrankungen, die  nach einem Trauma auftreten können?

Neben der Posttraumatischen Belastungsstörung gibt es verschiedene andere Erkrankungen, die nach traumatischen Lebensereignissen auftreten können.

Zunächst einmal zur PTBS: Das oben beschriebene Vollbild einer Posttraumatischen Belastungsstörung tritt insgesamt gesehen seltener auf, als Erkrankungen, die nur einige Symptome der PTBS zeigen.

Darüber hinaus können unter anderem die folgenden Erkrankungen auftreten:

Akute Belastungsreaktion

Die Akute Belastungsreaktion ist ebenfalls eine Erkrankung, die nach bedrohlichen bzw. traumatisierenden Ereignissen auftreten kann. Die Akute Belastungsreaktion beginnt dabei üblicherweise bereits kurze Zeit nach dem belastenden Ereignis und klingt innerhalb der folgenden Stunden oder Tage wieder ab.

Weiterlesen: Akute Belastungsreaktion
 

Anpassungsstörung

Die Anpassungsstörung ist eine Erkrankung, die nach belastenden Veränderungen im Leben, wie zum Beispiel Trauerfälllen, Problemen am Arbeitsplatz, schweren Erkrankungen oder ähnlichem, auftreten kann.

Die Diagnose “Anpassungsstörung” kann dabei von den Betroffenen  wegen des etwas unglücklichen Namens oftmals falsch verstanden werden.

Weiterlesen: Anpassungsstörung
 

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Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 

Wie werden Posttraumatische Belastungsstörungen behandelt?

In der Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung werden verschiedene psychotherapeutische Verfahren eingesetzt, wie zum Beispiel die so genannte Kognitiv-behaviorale Therapie, die Psychodynamische Therapie, das Eye Movement Desensitization and Reprocessing - EMDR, das Imagery Rescripting and Reprocessing - IRRT, die Testimony- oder Narrative Exposition Therapy – NET oder die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT) nach Luise Reddemann. Ergänzend kann es für die Betroffenen oft hilfreich sein, auch an einer stabilisierenden Körpertherapie und/oder Gestaltungstherapie teilzunehmen.

Weitere Informationen zu den einzelnen Behandlungsverfahren und den Behandlungsschritten finden Sie im Kapitel
Wie werden Posttraumatische Belastungsstörungen behandelt?
 

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Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 

Zum Weiterlesen...

 

“Das PTBS-Arbeitsbuch”
 

Das PTBS-Arbeitsbuch

Das “PTBS-Arbeitsbuch: Wirksame Techniken zur Überwindung von Symptomen traumatischer Belastung” von Mary Beth Williams und Soili Poijula ist ein praxisnahes Buch zur Traumatherapie, das in den USA bereits seit längerem zu einem der meistgelesen Bücher über die Posttraumatische Belastungsstörung gehört. Während die meisten PTBS-Bücher einen Schwerpunkt auf die theoretischen Hintergründe der PTBS legen und nur wenige praktische Übungen enthalten, finden sich im “PTBS-Arbeitsbuch” nach einer kurzen Einleitung über 300 Seiten mit Übungen aus den verschiedensten Bereichen der Traumatherapie.
 

Weiterlesen: ”Das PTBS-Arbeitsbuch” - Buchrezension

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Posttraumatische Belastungsstörung  Posttraumatic Stress Disorder  Posttraumatic Stress Disorder

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Letzte Aktualisierung: Freitag, 25. März 2016
 

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