“Das PTBS-Arbeitsbuch”

von Mary Beth Williams und Soili Poijula

1. Auflage 2012,  368 Seiten, ISBN: 978-3981338928, ca. 28,00

Das “PTBS-Arbeitsbuch: Wirksame Techniken zur Überwindung von Symptomen traumatischer Belastung” von Mary Beth Williams und Soili Poijula ist ein praxisnahes Buch zur Traumatherapie, das in den USA bereits seit längerem zu einem der meistgelesen Bücher über die Posttraumatische Belastungsstörung gehört.

Das PTBS-Arbeitsbuch

Das “PTBS-Arbeitsbuch” unterscheidet sich dabei erfreulicherweise von den meisten anderen Büchern zum Thema Traumatherapie, indem das Verhältnis von “Theorie” und “Praktischen Übungen” einmal umgekehrt ist.

Während die meisten PTBS-Bücher einen Schwerpunkt auf die theoretischen Hintergründe der PTBS legen und nur wenige praktische Übungen enthalten, finden sich im “PTBS-Arbeitsbuch” nach einer kurzen Einleitung über 300 Seiten mit Übungen aus den verschiedensten Bereichen der Traumatherapie.

Der Bogen der Übungen reicht dabei vom Therapiebeginn (z.B. Übungen “Meine Heilungsgeschichte”, “Mein Gefühl der Sicherheit”, “Mein sicherer Ort”, “Entspannungs- und Atemtechniken”, “Mein Sicherheitsnetz” etc.) über die eigentliche Trauma-Arbeit (“Umgang mit Flashbacks”, “Rückspultechnik”, “Trigger-Leiter”, “Emotionskontrolle”, “Wie ich Wut ausdrücke”, “Warum ich mich verletzte”, “Meine Gefühle der Hilflosigkeit”, uvm.) bis zum Abschluss der Therapie (“Ihr wahres Selbst”, “Resilienz”, “Mein Heilungsalphabet” etc.)

Das Buch richtet sich dabei einerseits an Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, welche die umfangreiche Sammlung an Übungen in der Traumatherapie einsetzen können.

Darüber hinaus kann das Buch auch für die Betroffenen selber eine wertvolle Ressource sein, welche sie zum Beispiel parallel zu einer Traumatherapie nutzen können.

Die deutsche Übersetzung des Buches, erschienen im G.P.Probst Verlag, ist verständlich und gut lesbar geschrieben. Hier merkt man die lange Erfahrung der Übersetzter Theo Kierdorf und Hildegard Höhr, welche den Lesern vielleicht schon als Übersetzer von “Klassikern” der Psychotherapie, wie z.B. “EMDR - Grundlagen und Praxis” von Francine Shapiro oder “Im Alltag Ruhe finden” von Jon-Kabat-Zinn, bekannt sind.


Buchrückseite:

“Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) beeinträchtigt das Leben der Betroffenen in starkem Maße. Die beiden Autorinnen - praktizierende Psychologinnen und Trauma-Expertinnen - haben in diesem Arbeitsbuch Techniken und Interventionen zusammengestellt, die PTBS-Experten auf der ganzen Welt benutzten, um Traumatisierten zu ermöglichen, ihre traumabasierten Symptome auf die bestmögliche Weise zu überwinden. Zu den typischen PTBS-Symptomen zählen emotionale Empfindungslosigkeit und Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Depression, Angst und Reizbarkeit sowie Wutausbrüche.

Betroffene können mit Hilfe des PTBS-Arbeitsbuches feststellen, um welche Art von Trauma es sich bei ihnen handelt und sie können auf diese Weise ihre speziellen Symptome identifizieren. Darüber hinaus lernen sie wirksame Techniken und bewährte Interventionen zur Überwindung der Traumafolgen kennen.

Das PTBS-Arbeitsbuch zählt im englischsprachigen Raum zu den gefragtesten Trauma-Titeln (...).”


Aus dem Inhalt:

“Alle Menschen hegen bestimmte Überzeugungen oder Erwartungen, die sich auf sie selbst, andere Menschen und ihre Umwelt beziehen; diese Erwartungen werden Schemata genannt. Wie Sie über sich selbst, andere Menschen und Ihre Umgebung denken, kann sich auf Ihr Verhalten und Ihre Entscheidungen auswirken. In der folgenden Übung sind einige Überzeugungen zusammengefaßt, die durch das Miterleben traumatischer Ereignisse entstehen können. (...)” (S. 38)

“Trigger lassen sich auf viele Arten darstellen. Eine davon, die Trigger-Leiter, wurde von einer der Autorinnen diese Buches entwickelt (...). Die Arbeit mit der Trigger-Leiter hilft Ihnen, Ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen, indem Sie lernen, die Vergangenheit von der Gegenwart zu trennen, und indem Sie Ihre Reaktionsweise auf das Auftreten von Triggern verändern. (...)” (S. 108)”


Gesamteindruck:

Mit dem “PTBS-Arbeitsbuch” liegt endlich ein Buch vor, in dem sich nicht nur die üblichen theoretischen Beschreibungen über die Posttraumatische Belastungsstörung finden, sondern das eine wirkliche Arbeitshilfe in der Traumatherapie darstellen kann.

Wir können dieses Buch deswegen allen Psychologen und Ärzten bzw. Psychotherapeuten empfehlen, die mit traumatisierten Menschen arbeiten, und die für ihre praktische Arbeit neue Übungen oder Ergänzungen suchen.

Für die Betroffenen kann das eigenständige Durcharbeiten der Übungen ebenfalls hilfreich sein, wir würden das Buch aber eher als Ergänzung zu einer ambulanten Psychotherapie empfehlen.

Bitte beachten Sie unsere Hinweise für Verlage und Buchautoren.