Posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS / PTSD): Differenzialdiagnose

Zu den möglichen Differenzialdiagnosen der Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS / PTSD) gehören unter anderem die folgenden Störungsbilder:


Akute Belastungsreaktion (ICD-10 F43.0)

Die Akute Belastungsreaktion ist ebenso wie die PTBS eine Reaktion auf eine außergewöhnliche physische oder psychische Belastung.

Im Unterschied zur PTBS entwickelt sich die Akute Belastungsreaktion bereits kurz nach dem traumatischen Ereignis und klingt zumeist innerhalb von Stunden oder Tagen wieder ab.

Weiterlesen: Akute Belastungsreaktion


Anpassungsstörungen (ICD-10 F43.2)

Die Anpassungsstörungen sind Erkrankungen, die während bzw. nach entscheidenden Lebensveränderungen auftreten.

Zu diesen auslösenden Lebensveränderungen gehören zum Beispiel außergewöhnliche Belastungen, wie der Verlust eines Angehörigen oder eine schwere Krankheit, oder auch soziale Veränderungen wie ein Arbeitsplatz- oder Schulwechsel, der Eintritt ins Rentenalter, etc.

Die Reaktion der Betroffenen auf diese Veränderungen kann unterschiedlich sein. Im Rahmen der Anpassungsstörung treten dabei zum Beispiel gehäuft depressive Verstimmungen auf, die aber nicht den Schweregrad oder die Dauer einer depressiven Episode erreichen.

Neben der depressiven Symptomatik können auch andere Störungen des Gefühlslebens oder Störungen des Sozialverhaltens auftreten

Weiterlesen: Anpassungsstörungen


Affektive Störungen (ICD-10 F30 - F39)

Die Affektiven Störungen gehen ähnlich der PTBS mit Veränderungen des affektiven Erlebens und der Kognitionen einher. Es fehlt jedoch der zeitliche Bezug des Auftretens der Symptome zu einem vorausgehenden traumatisierenden Ereignis.

Auch Symptome wie Dissoziation etc. sind für singuläre Affektive Störungen eher uncharakteristisch.

Weiterlesen:
   • Affektive Störungen
   • Depressive Störungen
   • Bipolare Störungen


Angststörungen (ICD-10 F40 - F41)

Die Angststörungen können bei einigen Betroffenen ähnlich der PTBS durch ein belastendes Lebensereignis ausgelöst werden.

In Bezug auf die Symptomatik fehlen bei den Angststörungen aber zumeist PTBS-typische Symptome wie zum Beispiel Intrusionen oder Dissoziationen.

Weiterlesen: Angststörungen


Dissoziative Störungen (ICD-10 F44)

Die Dissoziativen Störungen sind in vielen Bereichen den dissoziativen Symptomen, die im Rahmen einer PTBS auftreten, ähnlich. Die Dissoziativen Störungen können zum Teil auch nach belastenden Ereignissen auftreten, es fehlt aber auch hier Teile des für die Diagnose einer PTBS erforderlichen Symptomkomplexes.

Weiterlesen: Dissoziative Störungen


Persönlichkeitsstörungen / Persönlichkeitsänderungen (ICD-10 F60 - F62)

Persönlichkeitsstörungen sind durch bestimmte Erlebens- und Verhaltensmuster gekennzeichnet, innerhalb dener die Betroffenen in ihrem Wahrnehmen, Denken und Fühlen sowie in der Gestaltung ihrer Sozialkontakte von der großen Mehrheit der Bevölkerung abweichen.

Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)

Eine große Ähnlichkeit zur PTBS hat dabei zum Beispiel die so genannte Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0), die definitionsgemäß über eine Dauer von mindestens zwei Jahren nach dem Erleben eines katastrophalen Ereignisses bestehen muss.