Klinische Psychologie
und Psychotherapie

Klinische Psychologie und Psychotherapie

Posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS / PTSD): ICD-10

Die Internationale Klassifikation der Krankheiten (International Classification of Diseases - ICD-10) definiert die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) / Posttraumatic Stress Disorder (PTSD) (ICD-10 F43.1) als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein Ereignis, welches mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß einherging und das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Die PTSD beginnt zumeist nicht direkt nach dem traumatischen Ereignis sondern entwickelt sich nach einigen Wochen bis Monaten.

Die typischen Merkmale der PTSD sind das wiederholte Wiedererleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Flashbacks), Träumen oder Albträumen, sowie ein andauerndes Gefühl von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit. Auch fühlen sich die Betroffenen häufig freudlos sowie gleichgültig und teilnahmslos gegenüber ihrem Umfeld. Hinzu kommt eine Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, welche die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten.

Viele Betroffene kennen ein Gefühl der Übererregtheit mit gesteigerter Aufmerksamkeit (Vigilanzsteigerung) und erhöhter Schreckhaftigkeit. Ihr Nachtschlaf ist meist gestört. Die PTSD wird oft von Angsterkrankungen und Depression begleitet. Bei schwer Betroffenen können auch Suizidgedanken auftreten. Die PTSD kann über viele Jahre andauern, hat bei intensiver Therapie aber langfristig gute Besserungschancen. In einigen Fällen kann sie aber aus dem chronischen Verlauf heraus in eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) übergehen.

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

Diagnose nach ICD-10

Nach der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (International Classification of Diseases - ICD-10) wird die Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS, ICD-10 F43.1) gestellt, wenn unter anderem die folgenden Kriterien erfüllt werden:

  • Die Erkrankung tritt zumeist innerhalb von 6 Monaten nach einem traumatisierenden Ereignis, welches mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß einherging und das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde, auf. Die PTBS beginnt zumeist nicht direkt nach dem traumatischen Ereignis sondern entwickelt sich nach einigen Wochen bis Monaten.
  • Das Trauma wird in sich aufdrängenden Erinnerungen (Flashbacks), Träumen oder Albträumen wiederholt und unausweichlich wiedererlebt.
  • Weitere typische Symptome der PTBS sind
    • ein deutlicher emotionaler Rückzug, ein andauerndes Gefühl von Betäubtsein oder emotionaler Stumpfheit,
    • eine Gleichgültigkeit und Teilnahmslosligkeit gegenüber dem sozialen Umfeld,
    • ein Gefühl der Übererregtheit mit gesteigerter Aufmerksamkeit (Vigilanzsteigerung) und erhöhter Schreckhaftigkeit,
    • ein gestörter Nachtschlaf sowie
    • die Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, welche die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten.

(vgl. Dilling 2009, Dilling 2011, Flatten 2011, NICE 2005)

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Zum Weiterlesen...

 

“Internationale Klassifikation psychischer Störungen
ICD-10 - Kapitel V (F)”
 

ICD-10

Die Internationale Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V (F). Klinisch-diagnostische Leitlinien, herausgegeben von der Weltgesundheitsorganisation WHO, in deutscher Übersetzung von Horst Dilling, sind das Standardwerk zur Diagnose von seelischen Erkrankungen. Wir können uns deswegen an dieser Stelle mit der Rezension kurz halten: Ein Buch, dass bei niemandem, der im psychiatrischen oder psychotherapeutischen Setting tätig ist, fehlen sollte.
 

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Literatur

PTBS: ICD-10
 

Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), Graubner B (Hrsg.) (2008). ICD-10-GM 2009 - Systematisches Verzeichnis: Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme - 10. Revision - German Modification. Deutscher Ärzte-Verlag.

Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information - DIMDI (2014). ICD-10-GM Version 2015, Systematisches Verzeichnis. Köln.

Weltgesundheitsorganisation; Dilling H, Mombour W, Schmidt MH, Schulte-Markwort E (Hrsg) (2011). Internationale Klassifikation psychischer Störungen. ICD-10 Kapitel V (F). Diagnostische Kriterien für Forschung und Praxis. 5. Auflage. Bern: Huber.
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Weltgesundheitsorganisation; Dilling H, Mombour W, Schmidt MH (Hrsg) (2009). Internationale Klassifikation psychischer Störungen. ICD-10 Kapitel V (F). Klinisch-diagnostische Leitlinien. 7. Auflage. Bern: Huber.
Dieses Buch bei Amazon.de >>

 

PTBS: Leitlinien
 

Flatten G, Gast U, Hofmann A, Knaevelsrud Ch, Lampe A et al. (2011). S3 - Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung. Trauma & Gewalt 3: 202-210.

National Institute for Clinical Excellence - NICE (2005): Post-traumatic stress disorder (PTSD). London: NICE (Clinical Guideline 26).

 

PTBS: ICD-10  PTSD: ICD-10  PTSD: ICD-10

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 




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Letzte Aktualisierung: Freitag, 25. März 2016
 

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