Posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS / PTSD): Pharmakotherapie

Der Einsatz von Medikamenten in der Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) erfolgt zumeist nur unterstützend neben der eigentlichen Psychotherapie.

Indikationen für eine medikamentöse Behandlung sind zum Beispiel eine unzureichende Stabilität für die Psychotherapie oder ausgeprägte komorbide Erkrankungen, wie zum Beispiel schwere depressive Episoden.

In Deutschland ist der Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Paroxetin zu Behandlung der PTBS bei Erwachsenen zugelassen.

Positive therapeutische Effekte werden unter anderem auch von Sertralin, Mirtazapin, Venlafaxin, Amitryptilin, Phenelzin und Olanzapin berichtet.

“Beruhigungsmittel” wir z.B. Benzodiazepine sollten möglichst vermieden werden, um eine Suchtgefahr auszuschließen.

Die Medikation sollte, wie oben genannt, nur unterstützend im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts eingesetzt werden, da die alleinige medikamentöse Behandlung zumeist keinen ausreichenden langfristigen Erfolg zeigt.

Bisher liegt keine Evidenz vor, dass Psychopharmaka die Entwicklung einer PTBS nach einem Trauma verhindern können.


NICE-Guideline: Medikamente bei PTBS

Das britische National Institute for Clinical Excellence (NICE) empfiehlt in seiner Leitlinie zur Behandlung der PTBS den Einsatz von Paroxetin oder Mirtazapin, sowie mit Einschränkungen auch den Einsatz von Amitriptylin oder Phenelzin.

Die Medikamente sollten nicht als erste therapeutische Wahl eingesetzt werden, eine psychologische Traumatherapie sollte bevorzugt werden.

Im Rahmen der PTBS-Therapie sollten die Medikamente nur dann zum Einsatz kommen, wenn

Falls die Erkrankten auf die medikamentöse Behandlung ansprechen und sich die PTBS-Symptomatik bessert, sollten die Medikamente für mindestens 12 Monate weiter eingenommen werden, bevor ein schrittweises Ausschleichen versucht wird.

Wenn die Medikamente keinen ausreichenden Erfolg zeigen, sollte ggf. auf ein eine andere Antidepressiva-Klasse gewechselt werden oder ergänzend Olanzapin eingesetzt werden.

(vgl. NICE 2005).