Klinische Psychologie
und Psychotherapie

Klinische Psychologie und Psychotherapie

Posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS / PTSD): Pharmakotherapie

Der Einsatz von Medikamenten in der Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) erfolgt zumeist nur unterstützend neben der eigentlichen Psychotherapie.

Indikationen für eine medikamentöse Behandlung sind zum Beispiel eine unzureichende Stabilität für die Psychotherapie oder ausgeprägte komorbide Erkrankungen, wie zum Beispiel schwere depressive Episoden.

In Deutschland ist der Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Paroxetin zu Behandlung der PTBS bei Erwachsenen zugelassen.

Positive therapeutische Effekte werden unter anderem auch von Sertralin, Mirtazapin, Venlafaxin, Amitryptilin, Phenelzin und Olanzapin berichtet.

„Beruhigungsmittel“ wir z.B. Benzodiazepine sollten möglichst vermieden werden, um eine Suchtgefahr auszuschließen.

Die Medikation sollte, wie oben genannt, nur unterstützend im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts eingesetzt werden, da die alleinige medikamentöse Behandlung zumeist keinen ausreichenden langfristigen Erfolg zeigt.

Bisher liegt keine Evidenz vor, dass Psychopharmaka die Entwicklung einer PTBS nach einem Trauma verhindern können.

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

NICE-Guideline: Medikamente bei PTBS

Das britische National Institute for Clinical Excellence empfiehlt in seiner Leitlinie zur Behandlung der PTBS den Einsatz von Paroxetin oder Mirtazapin, sowie mit Einschränkungen auch den Einsatz von Amitryptilin oder Phenelzin.

Die Medikamente sollten nicht als erste therapeutische Wahl eingesetzt werden, eine psychologische Traumatherapie sollte bevorzugt werden.

Im Rahmen der PTBS-Therapie sollten die Medikamente nur dann zum Einsatz kommen, wenn

  • der Betroffene nicht in eine psychologische Traumatherapie einsteigen möchte,
  • eine Traumatherapie nicht erfolgen kann, weil der Betroffene zum Beispiel weiterhin bedroht wird,
  • die Traumatherapie nur geringe oder gar keine Erfolge zeigte, oder
  • ergänzend zu einer Traumatherapie, wenn komorbid eine ausgeprägte depressive Symptomatik oder ein ausgeprägtes Hyperarousal bestehen, die so stark ausgeprägt sind, dass sie die Betroffenen in der Durchführung der Psychotherapie deutlich einschränken.

Falls die Erkrankten auf die medikamentöse Behandlung ansprechen und sich die PTBS-Symptomatik bessert, sollten die Medikamente für mindestens 12 Monate weiter eingenommen werden, bevor ein schrittweises Ausschleichen versucht wird.

Wenn die Medikamente keinen ausreichenden Erfolg zeigen, sollte ggf. auf ein eine andere Antidepressiva-Klasse gewechselt werden oder ergänzend Olanzapin eingesetzt werden.

(vgl. NICE 2005).

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 

Zum Weiterlesen...

 

“Kompendium der
Psychiatrischen Pharmakotherapie”
 

Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie

Seit der ersten Auflage gehört das “Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie” von Otto Benkert et al. zu den Standardwerken, wenn es um Psychopharmaka und die Pharmakotherapie psychischer Störungen geht. Die regelmäßigen Aktualisierungen tragen dazu bei, dass dieses Buch auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung ist. Sowohl für Studierende der Medizin und Psychologie als auch für alle, die beruflich in den Bereichen Psychiatrie und Psychotherapie tätig sind, können wir das “Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie” uneingeschränkt empfehlen.
 

Weiterlesen:
”Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie” - Buchrezension

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Literatur

PTBS: Fachbücher
 

American Psychiatric Association (2013). Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5). Arlington: American Psychiatric Publishing.
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PTBS: Leitlinien
 

Flatten G, Gast U, Hofmann A, Knaevelsrud Ch, Lampe A et al. (2011). S3 - Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung. Trauma & Gewalt 3: 202-210.

National Institute for Clinical Excellence - NICE (2005): Post-traumatic stress disorder (PTSD). London: NICE (Clinical Guideline 26).

 


© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 




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Letzte Aktualisierung: Freitag, 25. März 2016
 

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