Klinische Psychologie
und Psychotherapie

Klinische Psychologie und Psychotherapie

Posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS / PTSD): Symptome

Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) geht mit verschiedensten Symptomem einher. Zu den häufigsten Symptomen zählen ein Wiedererleben des Traumas, Erinnerungslücken sowie Schuld- und Schamgefühle.
 

Wiedererleben des Traumas

Die Betroffenen leiden unter einem wiederholten Wiedererleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Intrusionen bzw. Flashbacks), Träumen oder Albträumen.
 

Erinnerungslücken

Viele Betroffenen können sich nicht mehr an bestimmte Bestandteile des traumatischen Ereignisses erinnern.
 

Selbstvorwürfe und Schuldgefühle

Viele Betroffene leiden unter Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen. Hinzu kommt oft eine depressive Stimmungslage.
 

Schlafstörungen

Es kommt häufig zu Schlafstörungen mit Albträumen und schreckhaftem Erwachen, welches mit körperlichen Symptomen wie z.B. Herzrasen, Atemnot und Schweißausbrüchen ähnlich einer Panikattacke einhergehen kann. Die Betroffenen leiden unter einem wenig erholsamen Schlaf mit einer längeren Einschlafdauer, häufigerem Erwachen und kürzerer Schlafdauer als Gesunde.
 

Vermeidung von Reizen

Die Betroffenen werden häufig durch bestimmte Reize an das Trauma erinnert (z.B. bestimmte Gerüche oder Geräusche, ähnliche Örtlichkeiten wie bei dem Trauma, Zeitungs- oder Fernsehberichte über ähnliche oder andere katastrophale Ereignisse usw.). Diese Reize können zu einem „Wiedererleben“ des Traumas führen, mit allen damals erlebten Körperreaktionen, Gefühlen und Gedanken. Da dieses Wiedererleben massives Unwohlsein auslöst, versuchen die Betroffenen zumeist diese Reize zu vermeiden. Es kann im Verlauf jedoch zu einer Generalisierung kommen, bei der immer mehr Reize an das Trauma erinnern und sich die Betroffenen zunehmend zurückziehen und in ihrem Leben einschränken.
 

Gesteigerte Erregbarkeit und Wachsamkeit

Viele Betroffene erleben eine gesteigerten Wachsamkeit bei der sie die Umwelt nach dem Trauma als erheblich bedrohlicher einschätzen als vor dem traumatischen Ereignis. Viele Betroffene merken auch eine gesteigerte Erregbarkeit (Hyperarousal)  sowie eine höhere Schreckhaftigkeit.
 

Gefühle von Gefühllosigkeit, Isolierung oder Zukunftslosigkeit

Viele Betroffene erleben Gefühle von Gefühllosigkeit und/oder Gefühle der Isolierung oder Zukunftslosigkeit.
 

Störung der Affektregulation

Insbesondere nach einer lang andauernden, wiederholten Traumatisierung wie z.B. nach einem langjährigen sexuellen Missbrauch, können die Betroffenen auch sogenannte Störungen der Affektregulation wie z.B. Selbstverletzung, wiederkehrende Suizidgedanken oder extrem unterdrückte oder ausgelebte Wutgefühle entwickeln.
 

 

Chronische Schmerzen

Auch kann es zum Auftreten von unerklärlichen chronischen Schmerzen kommen, die den Betroffenen erhebliches Leid verursachen können. Dies sind häufig sogenannte Körpererinnerungen, also Schmerzen in den während des Traumas verletzten Körperbereichen. Gerade bei chronischen Schmerzen, bei denen keine körperliche Ursache gefunden werden kann oder bei denen die körperlichen Einschränkungen das Ausmaß der Schmerzen nicht erklären, sollte deswegen unbedingt auch eine PTSD-Diagnostik durchgeführt werden.

Weiterlesen: Chronische Schmerzstörung

 

Gefahr des Substanzabusus

Langfristig besteht die Gefahr, dass die Betroffenen versuchen, diese sehr belastenden Krankheitszeichen durch Alkohol oder Beruhigungsmittel zu dämpfen, so dass sie dadurch in eine Abhängigkeit geraten können.

 

Soziale Folgen

Die PTSD-Symptome können das ganze Lebensumfeld der Betroffenen sehr beeinflussen. Häufig haben die Betroffenen ein vermindertes Interesse an sozialen Aktivitäten.

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 

Zum Weiterlesen...

 

“Kognitive Verhaltenstherapie nach chronischer Traumatisierung”
 

Kognitive Verhaltenstherapie nach chronischer Traumatisierung

In “Kognitive Verhaltenstherapie nach chronischer Traumatisierung” von Anne Boos finden sich nicht nur ausführliche Informationen über die theoretischen  Hintergründe der chronisch komplexen PTBS, sondern auch konkrete Therapie- und Übungsvorschläge für die praktische Arbeit. Wir würden dieses Buch deswegen für alle Therapeutinnen und Therapeuten empfehlen, die einen Einstieg in die Arbeit mit chronisch traumatisierten KlientInnen suchen.
 

Weiterlesen: ”Kognitive Verhaltenstherapie nach chronischer Traumatisierung” - Buchrezension

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Literatur

PTBS: Fachbücher
 

American Psychiatric Association (2013). Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5). Arlington: American Psychiatric Publishing.
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PTBS: Leitlinien
 

Flatten G, Gast U, Hofmann A, Knaevelsrud Ch, Lampe A et al. (2011). S3 - Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung. Trauma & Gewalt 3: 202-210.

National Institute for Clinical Excellence - NICE (2005): Post-traumatic stress disorder (PTSD). London: NICE (Clinical Guideline 26).

 


© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 




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Letzte Aktualisierung: Freitag, 25. März 2016
 

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