Wie unterscheidet man Schüchternheit und Soziale Phobie?

Die Grenzen zwischen extremer Schüchternheit und Sozialer Phobie sind fließend. Wie schüchterne Menschen fühlen sich auch Betroffene mit sozialer Phobie in sozialen Kontakten gehemmt, erleben im Kontakt mit anderen Menschen körperliche Symptome wie Erröten, Zittern und Schwitzen und neigen dazu soziale Kontakte zu vermeiden, jedoch ist diese Symptomatik bei Menschen mit sozialer Phobie sehr viel stärker ausgeprägt.

Menschen, die unter einer sozialen Phobie leiden, haben eine unangemessen übersteigerte Angst, negativ aufzufallen oder sich zu blamieren. Die Angst ist oft so stark ausgeprägt, dass die Betroffenen immer mehr soziale Situationen vermeiden und sich zunehmend zurückziehen.

Durch das angstbedingte Vermeiden sozialer Situationen kann es dazu kommen, dass die Betroffenen wichtige soziale Fertigkeiten nicht erlernen. Dadurch kann es bei den Erkrankten zu einer weiteren Verstärkung des Gefühls der eigenen Unzulänglichkeit kommen.

Die psychotherapeutische Behandlung der sozialen Phobie kann an verschiedenen Bereichen ansetzen. Zum einen können die sozialen Fertigkeiten, die durch die mangelnde Übung bei Menschen mit sozialer Phobie oft weniger ausgebildet wurden, trainiert werden, etwa im Rahmen eines sozialen Kompetenztrainings.

Zum Anderen kann ein so genanntes Expositionstraining durchgeführt werden, bei welchem sich die Betroffenen direkt den angstauslösenden Situationen stellen.

Die dritte Möglichkeit ist die Bearbeitung der den sozialen Ängsten zugrundeliegenden Grundannahmen wie zum Beispiel: “Ich bin uninteressant.” oder “Mich mag sowieso keiner.” Die besten Erfolgschancen hat eine Psychotherapie, in welcher alle drei Bereiche (Soziales Kompetenztraining, Konfrontationsbehandlung und Kognitive Umstrukturierung zugrundeliegenender Grundannahmen) bearbeitet werden.