Spezifische Phobien

Auf dieser und den folgenden Seiten finden Sie ausführliche Fachinformationen über Symptome, Diagnose, Ursachen und Therapie der Spezifischen Phobien.

Weitere Informationen für Betroffene und Angehörige finden Sie auf unserer Internetseite im Kapitel Spezifische Phobie: Patienteninformationen.

Als Spezifische Phobien bezeichnet man Ängste, die auf spezifische Auslöser oder Situationen bezogen sind. Beispiele für spezifische Ängste sind die Höhenangst (Akrophobie), Raumangst (Klaustrophobie), Flugangst (Aviophobie) und die diversen Tierphobien wie z.B. die Spinnenangst (Arachnophobie) und die Angst vor Hunden.

Im Gegensatz zur Agoraphobie, bei welcher die Angst vor dem “Allein sein” in der angstbesetzten Situation im Vordergrund steht, sind die Befürchtungen der Betroffenen bei den spezifischen Phobie vorrangig auf (reale oder angenommene) Bedrohungen durch die Objekte oder die Situationen selbst gekennzeichnet, wie z.B. die Angst vor einem Hundebiss, Flugzeugabsturz etc.

Im Gegensatz zu den nicht-pathologischen Ängsten sind die Befürchtungen der Betroffenen und/oder die vermuteten Konsequenzen zumeist überhöht. Durch die extreme Angst kann es zum Auftreten von diversen körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Übelkeit usw. kommen. Diese Symptome können ihrerseits die Angst verstärken und hierdurch in einen Teufelskreis führen, der sich bis hin zu Panikattacken und Todesangst steigern kann.

Häufig erleben die Betroffenen, dass im Verlauf der Erkrankung gar nicht mehr vorrangig das ursprüngliche Objekt bzw. die ursprüngliche Situation angstbesetzt sind, sondern dass sie vielmehr eine Angst vor den Angstsymptomen (wie z.B. die Angst, sich Übergeben zu müssen) und/oder eine Angst vor Kontrollverlust (wie z.B. die Angst, im Flugzeug ohnmächtig zu werden) entwickeln. Dies kann zu einer Ausweitung der Ängste und zum Übergang in eine ausgprägtere Angststörung führen.

Symptome

In den oben beschriebene Situationen oder bei den Gedanken an diese entwickeln die Betroffenen verschiedene körperliche und psychische Symptome wie z.B. Herzklopfen, Schweißausbrüche, Tremor, Mundtrockenheit, Beklemmungsgefühl, Übelkeit, Diarrhoe, Bauchschmerzen, Schwindel, Unsicherheit, Schwäche oder Benommenheit.

Weiterlesen: Spezifische Phobien: Symptome

Spezifische Phobien: Klassifikation nach ICD-10

Die Internationale Klassifikation der Krankheiten (International Classification of Diseases - ICD-10) definiert spezifische Phobien (ICD-10 F40.2) als Ängste, die auf eng umschriebene Situationen wie z.B. die Nähe von bestimmten Tieren, Höhen, Dunkelheit, Fliegen, geschlossene Räume, Urinieren oder Defäkieren auf öffentlichen Toiletten, Genuss bestimmter Speisen, Zahnarztbesuch oder auf den Anblick von Blut oder Verletzungen beschränkt sind.

Weiterlesen: Spezifische Phobien: Diagnose nach ICD-10

DSM-5

Das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders der American Psychiatric Association (APA) gilt nach wie vor als eine der wichtigsten Publikationen im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie. Im 2013 wurde die erste komplette Revision des Manuals seit 1994 veröffentlicht, das DSM-5.

In Bezug auf die Diagnose der Spezifische Phobien und der Soziale Phobie wurde im DSM-5 das Kriterium, dass Betroffene erkennen müssen, dass die Ängste übertrieben oder unbegründet sind, gestrichen.

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Therapie

Eine Therapie ist vorrangig dann erforderlich, wenn die Betroffenen stark unter den Angstsymptomen leiden, wenn sich die Angststörung immer mehr ausweitet und/oder wenn die Spezifische Phobie bzw. die Vermeidung der angstbesetzten Situation dem beruflichen oder sozialen Wirken der Betroffenen im Weg stehen. Als Therapie wird dann zumeist eine Psychotherapie mit kognitiv-behavioralem Ansatz (“Kognitive Verhaltenstherapie”) angeraten.

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