Klinische Psychologie
und Psychotherapie

Klinische Psychologie und Psychotherapie

Selektive Serotonin-Noradrenalin-
Wiederaufnahmehemmer
(SSNRI)

Übersicht

Die Substanzen der Wirkstoffgruppe der Selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (engl.: selective serotonin-noradrenaline reuptake inhibitor bzw.  selective serotonin-norepinephrine reuptake inhibitor, SSNRI bzw. SNRI) entfalten ihre Wirkung über eine Hemmung der Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme. Zu dieser Wirkstoffgruppe gehören die Wirkstoffe Duloxetin, Milnacipran und Venlafaxin.
 

Die Selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) werden vereinzelt auch mit der Bezeichnung SNRI abgekürzt, dabei besteht jedoch eine begriffliche Verwechselungsgefahr mit den Selektiven Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SNRI).

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

SSNRI: Wirkmechanismus

Die Selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) binden im ZNS an Serotonin- und Noradrenalin-Transportproteine. Dadurch führen sie zu einer verringerten Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin in die präsynaptischen Zellen.

Durch diesen Wirkmechanismus erhöhen sie (zumindest initial) die Konzentration von Serotonin und Noradrenalin im synaptischen Spalt.

Die Selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) haben im Gegensatz zu den Nichtselektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (NSMRI) (Trizyklischen Antidepressiva) keinen oder nur geringen Einfluss auf die Histaminrezeptoren und die kardiale Erregungsübertragung, dadurch ergibt sich eine insgesamt zumeist bessere Verträglichkeit der SSNRI gegenüber den NSMRI.

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

SSNRI: Unerwünschte Wirkungen

Trotz einer gegegenüber den Nichtselektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (NSMRI) verbesserten Verträglichkeit können auch die  Selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) verschiedene unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Dazu gehören zum Beispiel gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Unruhe, Erregungszustände sowie Angstsymptome. Die SSNRI können darüber hinaus zu einer Erhöhung von Herzfrequenz und Blutdruck kommen sowie Potenzprobleme und Orgasmusstörungen verursachen.

Ähnlich wie bei den SSRI besteht auch bei der Überdosierung eines SSNRI die Gefahr eines Serotonin-Syndroms.

Die Gabe von SSNRI an Kinder und Jugendliche wird, wie auch die Gabe von SSRI, kritisch beurteilt (siehe: SSRI bei Kindern und Jugendlichen).

Ein plötzliches Absetzen der SSNRI kann wie auch bei den SSRI zu einen Absetzsyndrom führen (siehe: SSRI-Absetzsyndrom), wobei die Symptome beim plötzlichen Absetzen eines SSNRI von den Patienten oftmals als schwerwiegender erlebt werden als nach dem Absetzen eines SSRI. Aus diesen Gründen wird ein langsames Ausschleichen der SSNRI angeraten. Die Absetzsymptome können falls erforderlich auch durch die vorübergehende niedrig dosierte Gabe von Fluoxetin gelindert werden.

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Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 

SSNRI: Wirkstoffe

Duloxetin, Milnacipran, Venlafaxin.

 

Für weitere Informationen zu den oben beschriebenen Medikamenten beachten Sie bitte unbedingt die aktuellen Informationen der Hersteller sowie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!
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Zum Weiterlesen...

 

“Kompendium der
Psychiatrischen Pharmakotherapie”
 

Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie

Seit der ersten Auflage gehört das “Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie” von Otto Benkert et al. zu den Standardwerken, wenn es um Psychopharmaka und die Pharmakotherapie psychischer Störungen geht. Die regelmäßigen Aktualisierungen tragen dazu bei, dass dieses Buch auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung ist. Sowohl für Studierende der Medizin und Psychologie als auch für alle, die beruflich in den Bereichen Psychiatrie und Psychotherapie tätig sind, können wir das “Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie” uneingeschränkt empfehlen.
 

Weiterlesen:
”Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie” - Buchrezension

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Literatur

Psychopharmaka: Fachbücher
 

Benkert O, Hippius H, Gründer G, Heiser P, Hiemke C et al. (2012): Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie. 9. Auflage. Berlin, Heidelberg: Springer.
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Gründer G, Benkert O (2012): Handbuch der Psychopharmakotherapie. 2. Auflage. Berlin, Heidleberg: Springer.
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Riederer P, Laux G (2010): Grundlagen der Neuro-Psychopharmakologie. Berlin, Heidelberg: Springer.
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Psychopharmaka: Leitlinien
 

Bandelow B, Wiltink J, Alpers GW, Benecke C, Deckert J et al. (2014): Deutsche S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen.
Online-Version >>

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (Hrsg.) (2000). Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Angsterkrankungen. In: Dengler W, Selbmann HK (Hrsg.). Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Angsterkrankungen. Steinkopff-/Springer-Verlag.

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (Hrsg.) (2007). Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter. 3. Auflage. Deutscher Ärzte-Verlag.

National Institute for Health and Clinical Excellence - NICE (2011). Generalised anxiety disorder and panic disorder (with or without agoraphobia) in adults. NICE clinical guideline 113.
Full text (pdf) >>

 


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Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

 




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Letzte Aktualisierung: Freitag, 25. März 2016
 

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