Klinische Psychologie
und Psychotherapie

Klinische Psychologie und Psychotherapie

Verhaltenssüchte

Als Verhaltenssüchte bezeichnet man Erkrankungen, bei denen ein bestimmtes Verhalten wie eine Sucht auftritt. Beispiele für die Verhaltenssüchte sind zum Beispiel das pathologische Glücksspielen, die Internetabhängigkeit oder die so genannte “Kaufsucht”.

Im Gegensatz zu den “stoffgebundenen Süchten”, wie z.B. der Alkoholabhängigkeit oder dem Drogenmissbrauch, kommt es bei den Verhaltenssüchten dazu, dass die Betroffenen eine bestimmte Verhaltensweise immer wieder ausüben müssen.

Den meisten Betroffenen ist dabei bewusst, dass ihnen diese Verhaltensweisen langfristig eher Schaden zufügen. Sehr viele Betroffene versuchen immer wieder, das ungünstige Verhalten zu beenden oder zu minimieren - zumeist jedoch ohnen anhaltenden Erfolg.

© Dr. Sandra Elze & Dr. Michael Elze
Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.com
 

Verhaltenssüchte und Zwangsspektrumsstörungen

Die Verhaltenssüchte, wie zum Beispiel die Online-Sucht bzw. Internetabhängigkeit und die Handy-Sucht sind ein relativ junges Forschungsgebiet.

Neben den Medienabhängigkeiten werden unter anderem auch die Trichotillomanie und Dermatillomanie, das Pathologische Horten sowie die Spielsucht zu den Verhaltenssüchten gezählt.

Aufgrund der großen Ähnlichkeit mit Zwangsstörungen bzw. Zwangshandlungen werden die Verhaltenssüchte in die Gruppe der so genannten Zwangsspektrumstörungen eingeordnet

Weiterlesen: Zwangsspektrumsstörungen

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Stoffgebundene Süchte oder
Stoffungebundene Süchte?

Stoffgebundene Süchte

In der Vergangenheit wurde der Begriff “Sucht” üblicherweise für die so genannten “Stoffgebundenen Süchte” verwendet. Unter diesem Begriff werden alle Erkrankungen zusammen gefasst, bei denen die Sucht bzw. die Abhängigkeit mit dem Gebrauch bestimmter Substanzen zusammenhängt, wie zum Beispiel Alkohol, Nikotin oder Drogen.

Entsprechend werden die Stoffgebundenen Süchte auch unter den Begriffen Substanzabhängigkeit oder Substanzgebundene Süchte zusammengefasst.

Die häufigsten Substanzen, die bei Stoffgebundenen Süchten Verwendung finden, sind:

  • Alkohol,
  • Nikotin / Tabakprodukte,
  • Cannabinoide
  • Kokain,
  • Opioide,
  • Andere Analgetika neben Opioden,
  • Hypnotika,
  • Sedativa (z.B. Bezodiazepine),
  • Stimulanzien (hierzu zählt u.a. auch Koffein),
  • Lösungsmittel.

Stoffungebundene Süchte

Als Stoffungebundene Süchte bezeichnet man demgegenüber alle Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen, bei denen nicht der Konsum einer bestimmten Substanz im Vordergrund steht, wie zum Beispiel die Kaufsucht oder die Glücksspielsucht.
 

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Verhaltenssüchte: Definition

Als Verhaltenssüchte bezeichnet man Erkrankungen, bei denen die Betroffenen - wie oben bereits erwähnt - eine bestimmte Verhaltensweise immer wieder ausüben müssen, wie zum Beispiel Glücksspielen, Einkaufen, Essen oder Internet-Spiele spielen.

Die Betroffenen erleben einen ausgeprägten inneren Druck, dieses Verhalten in einer so hohen Intensität ausüben zu müssen, dass es bei ihnen zu Einschränkungen in wichtigen gesundheitlichen oder sozialen Bereichen kommt.

Der “Entzug” dieser Verhaltensweise ist für die Betroffenen mit deutlichen Gefühlen des Unwohlseins und der Anspannung verbunden.

Weiterlesen: Verhaltenssüchte: Diagnose

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Verhaltenssüchte: Klassifikation

ICD-10

Die Verhaltenssüchte werden im ICD-10 nicht in einem gesonderten Kapitel aufgeführt, sondern mehreren unterschiedlichen Gruppen zugeordnet.

Weiterlesen: Verhaltenssüchte: ICD-10
 

DSM-5

Im DSM-5 wurde ein neues Kapitel aufgenommen, die so genannten Obsessive-Compulsive and Related Disorders. In diesem Kapitel finden sich neben den Zwangsstörungen auch bestimmte Verhaltenssüchte, wie zum Beispiel die Hoarding Disorder (Pathologisches Horten), die Trichotillomanie (Hair-Pulling-Disorder) sowie die Excoriation-Disorder (Skin-Picking-Disorer).

Weiterlesen: Verhaltenssüchte: DSM-5

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Verhaltenssucht oder Zwang?

Das Auftreten von Verhaltenssüchtes lässt sich oftmals am ehesten durch das Zusammentreffen von Störungen der Impulskontrolle und zwanghaften Verhaltensweisen erklären. Eine klare Trennung zwischen Sucht und Zwang ist entsprechend häufig nur schwer möglich. Vielmehr handelt es sich bei vielen Verhaltenssüchten um Beschwerdebilder, die Anteile beider Symptomkomplexe aufweisen.

Innerhalb der Gruppe der Verhaltenssüchte gibt es dabei Störungsbilder, bei denen zumeist die Störung der Impulskontrolle im Vordergrund steht, wie zum Beispiel bei der Kleptomanie, während bei anderen Störungsbilder eher der Zwangscharakter überwiegt, wie zum Beispiel beim Pathologischen Horten.

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Zum Weiterlesen...

 

“Arbeitsbuch Zwangsstörungen”
 

Arbeitsbuch Zwangsstörungen

Das “Arbeitsbuch Zwangsstörungen” von Bruce M. Hyman und Cherry Pedrick ist eine sehr gelungene Kombination aus einem einerseits sehr informativen und umfangreichen Buch, in dem die Hintergründe der Zwänge, Zwangshandlungen, Zwangsgedanken sowie die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten ausführlich beschrieben werden, und einem wirklichen “Arbeitsbuch”, anhand dem sich die Betroffenen alleine oder mit Unterstützung durch ihre Therapeuten Wege aus der Zwangserkrankung selbst erarbeiten können.
 

Weiterlesen: “Arbeitsbuch Zwangsstörungen” - Buchrezension

Dieses Buch im Online-Buchhandel: Amazon.de   Buch.de   Bücher.de

Literatur

Verhaltenssüchte: Fachbücher
 

American Psychiatric Association (2013). Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5). Arlington: American Psychiatric Publishing.
Dieses Buch bei Amazon.de >>

 

Verhaltenssüchte: Leitlinien
 

- - - Zur Zeit keine Einträge.

 


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Letzte Aktualisierung: Freitag, 25. März 2016
 

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